2005 lässt Killing with a Smile Parkway Drive in den Kreis der Großen des Metalcore eintreten. Erstling einer Band aus Byron Bay an der australischen Ostküste, besticht diese Platte durch ihre jugendliche Wildheit und ihr bereits geschärftes Gespür für verheerende Breakdowns. Auf dem Label Epitaph erschienen, offenbart sie eine von Schreier Winston McCall angeführte Formation, fähig, rohe Aggressivität und Sinn für Wirksamkeit zu verbinden. Weit davon entfernt, das Genre neu zu erfinden, liefert sie davon eine besonders überzeugende Version, voller Wut und Frische, die aus dem australischen Quintett eine der ernsthaftesten Hoffnungen der Szene machen wird.
Der Biss der Anfänge
Alles atmet auf diesem Erstling Dringlichkeit und Hunger nach Anerkennung. Titel wie Anasasis (Xenophontis), Romance Is Dead oder Smoke ’Em If Ya Got ’Em reihen schneidende Riffs und Breakdowns aneinander, die darauf angelegt sind, die Moshpits explodieren zu lassen. Die Band schöpft aus dem Erbe des amerikanischen Metalcore jener Zeit und spritzt ihm zugleich eine eigene, in ihrer Unnachgiebigkeit fast Hardcore anmutende Energie ein. Die trockene, frontale Produktion stellt die Wucht der Gitarren und die Wut des Gesangs in den Vordergrund. Man spürt junge, hungrige Musiker, entschlossen, nichts loszulassen, und diese Aufrichtigkeit macht den ganzen Unterschied.
Eine Handschrift im Keim
Wenn Killing with a Smile noch nicht die ganze Palette entfaltet, die Parkway Drive später ausbreiten wird, legt es doch ihre Grundlagen. Die Formel ist einfach, aber furchterregend: nervöse Strophen, skandierte Refrains und vor allem diese massiven Breakdowns, die zum Markenzeichen der Band werden. Winston McCall setzt bereits einen wiedererkennbaren gutturalen Gesang durch, während das Gitarristenpaar die schneidenden Riffs häuft. Dem Album fehlt vielleicht die Vielfalt der kommenden Werke, doch es gleicht dies mit einer Intensität in jedem Augenblick aus, einer Dichte, die dem Hörer keine Atempause lässt.
Der Ausgangspunkt eines Aufstiegs
Mit diesem Erstling macht sich Parkway Drive weit über die australischen Grenzen hinaus einen Namen. Getragen von einem Kreislauf intensiver Tourneen und einem wilden Bühnenruf, erobert die Band eine sich in voller Expansion befindende Metalcore-Gemeinschaft. Killing with a Smile wird rasch zu einer Referenzplatte für eine ganze Generation von Fans, ein Meilenstein, der die künftigen Triumphe ankündigt. Es verkörpert jenen kostbaren Moment, in dem eine Band ihre Kraft entdeckt, ohne noch ihre Grenzen zu kennen, mit der Unverfrorenheit und der Überzeugung der Jugend.
Heute wieder gehört, bewahrt Killing with a Smile ungebrochen seine Fähigkeit zu elektrisieren. Es ist nicht das rundeste Album von Parkway Drive, auch nicht das ehrgeizigste, aber es ist jenes, das das ganze Versprechen der Band enthält, im Rohzustand. Seine ansteckende Wut, seine unwiderstehlichen Breakdowns und seine Aufrichtigkeit machen es zu einem Klassiker des Metalcore der 2000er, einer idealen Eingangstür in das Universum des Quintetts. Ein erster Faustschlag, der Spuren hinterlassen hat und dessen Echo noch in allem nachhallt, was die Band seither vollbracht hat.