Zwei Jahre nach ihrem Debüt landen Parkway Drive 2007 mit Horizons einen großen Schlag. Von vielen als einer der Gipfel des Metalcore des Jahrzehnts betrachtet, sieht dieses zweite Album die australische Band ihre Formel verfeinern und an Wucht wie an Präzision gewinnen. Die Breakdowns sind verheerender, die Riffs schneidender, das Ganze von furchterregender Geschlossenheit. Getragen von einem wachsenden Kritik- und Publikumserfolg, etabliert Horizons das Quintett aus Byron Bay endgültig unter den Referenzen des Genres. Es ist die Platte der Bestätigung, jene, auf der das Versprechen der Anfänge sich in eine Selbstverständlichkeit verwandelt.

Die Maschine wird perfektioniert

Auf Horizons ist alles geschärfter, beherrschter. Titel wie Carrion oder Boneyards sind zu absoluten Klassikern geworden, im Chor in den Moshpits der ganzen Welt mitgesungen. Die Band nimmt ihre Identität voll an: eine frontale Aggressivität, ausgefeiltere Gitarrenmelodien und jene berühmten Breakdowns, die die Wände beben lassen. Winston McCall liefert eine beseelte Gesangsleistung, zwischen wütenden Schreien und martialischem Skandieren pendelnd. Die dichtere Produktion als auf dem ersten Album verleiht der Musik die Weite, die sie verdient, ohne je die rohe Wucht zu opfern, die das Markenzeichen der Band ist.

Die Kunst des Breakdowns

Wenn man eine Sache von Horizons behalten müsste, so wäre es zweifellos diese vollendete Wissenschaft des Spannungsaufbaus und der Entladung. Parkway Drive beherrscht die Kunst, den Hörer warten zu lassen, bevor der Keulenschlag fällt, jener rhythmische Bruch, der ein Konzert in ein jubelndes Chaos verwandelt. Jedes Stück ist wie eine Sturmwelle gebaut, mit seinen melodischen Ruhephasen und seinen Gewaltausbrüchen. Diese Dramaturgie, verdoppelt durch einen echten Sinn für den Haken, erklärt, warum die Platte eine ganze Generation geprägt hat. Es geht nicht nur darum, hart zu schlagen, sondern richtig zu schlagen, im richtigen Moment.

Ein sofortiger Klassiker

Bei seinem Erscheinen klettert Horizons an die Spitze der australischen Charts und etabliert Parkway Drive als feste Größe auf der internationalen Szene. Die Band reiht Welttourneen aneinander, erobert Festivals und Säle und baut sich einen der solidesten Live-Rufe des Metalcore auf. Das von der Fachkritik gefeierte Album wird zu einem Eckpfeiler des Genres, einem Vorbild, das viele nachzuahmen versuchen werden, ohne es je zu erreichen. Es ist die Platte, die das Quintett von der vielversprechenden Hoffnung in den Status des unumgänglichen Headliners kippen lässt.

Jahre später hat Horizons nichts von seiner Schlagkraft verloren. Es verdichtet alles, was die Größe von Parkway Drive zu jener Zeit ausmacht: die Energie, die Präzision, die im Dienst unwiderstehlicher Stücke kanalisierte Wut. Reifer als Killing with a Smile, direkter als die kommenden Alben, nimmt es einen eigenen Platz in der Diskografie der Band ein, jenen des unbestreitbaren Klassikers. Für alle, die verstehen wollen, warum das australische Quintett zu einem Giganten geworden ist, hier gilt es anzufangen. Ein Gipfel des Metalcore, ganz einfach.