Das Debütalbum der Band aus North Carolina, I Am Hollywood, erscheint 2004 und bietet einen von Southern Rock durchtränkten metallischen Hardcore. He Is Legend pflegt eine eigene Identität und verbindet schwere Riffs, klebrigen Groove und eine gesangliche Theatralik, die sich von der üblichen Zurückhaltung des Metalcore abhebt. Es ist eine fleischliche, fast sumpfige Platte, die Atmosphäre und Swing der reinen Geschwindigkeit vorzieht, mit einer schon in den ersten Takten behaupteten Persönlichkeit und einer bewussten Weigerung, dem standardisierten Schaffen zu gleichen, das die Szene in jenem Moment sättigte.

Ein vom Süden geladener Metal

Die große Eigenart der Band liegt in dieser Verschmelzung von Hardcore und Southern Rock. Die Gitarren rollen dicke, mit Blues und Dreck beladene Riffs ab, während die Rhythmusgruppe einen schweren, fast hypnotischen Groove auferlegt. Der Gesang von Schuylar Croom entfaltet eine ausdrucksstarke Palette, vom Flüstern zum Schrei, vom Crooner zum Rasenden, mit einer Bühnenpräsenz, die durch das Band trägt. Diese Theatralik verleiht der Platte eine unter Tausenden erkennbare Farbe, eine raue Sinnlichkeit, die ebenso an Swamp-Rock wie an die Wut des direktesten Hardcore erinnert.

Zwischen Schwere und Melodie

I Am Hollywood spielt beständig mit der Spannung zwischen Schwere und Höhenflug. Die Stücke wechseln zwischen erdrückenden Passagen und luftigeren Refrains und schaffen willkommene Atempausen. Diese Dynamik vermeidet Monotonie und offenbart einen echten Sinn für den Aufbau, auch wenn das Ganze eine brutale Grundströmung behält. Die Band wagt unerwartete Brüche, fast psychedelische Passagen, die die Gesamttextur bereichern, ohne je den Faden zu verlieren, als wollte jedes Stück ebenso überraschen wie betäuben und die vorhersehbare Formel aus mechanischer Strophe und Refrain verweigern.

Ein vielversprechender Anfang

Die warme, organische Produktion hebt diesen fleischlichen Ansatz hervor: Sie bevorzugt Korn statt klinischer Schärfe, was perfekt zur Southern-Ästhetik des Projekts passt. Man hört die Materie der Gitarren, die Tiefe des Basses, ohne je in Überproduktion zu kippen, was den Eindruck von Authentizität verstärkt. I Am Hollywood stellt die Codes nicht auf den Kopf, doch es behauptet eine starke Persönlichkeit und eine eigenwillige Richtung in einem mitunter zu abgesteckten Genre und setzt die Marksteine eines Klangs, der He Is Legend allein gehört.

Diese für ein Debüt seltene Originalität hebt die Band sofort von vielen ihrer Zeitgenossen ab. Im Rückblick behält die Platte ihren rauen Charme und ihre volle Persönlichkeit, auch wenn sie stellenweise an einer gewissen Ungleichheit leidet. Ihre besten Momente bleiben einprägsam, getragen von einer ungewöhnlichen Energie und Atmosphäre, untrennbar vom besonderen Korn der Aufnahme. Wer Metal schätzt, wenn er sich mit Süden und Theatralik färbt, findet in diesem Erstling eine schmackhafte, unvollkommene, doch verheißungsvolle Entdeckung. Es ist eine Platte, die den Hörer belohnt, der bereit ist, in ihre feuchte, rauchige Welt einzutauchen und sich langsam von ihrem schweren Groove ergreifen zu lassen, ohne auf sofortige Wirkung zu drängen.