Erschienen 2006, ist Killafornia die Platte, die First Blood weit über die engen Kreise des kalifornischen Hardcore hinaus bekannt machte. Der Titel selbst, ein grimmiges Wortspiel auf den Heimatstaat der Band, gibt den Ton vor: schwere, zornige und politisch aufgeladene Musik. First Blood macht nichts halb, weder im Klang noch in der Aussage, und liefert hier ein klangliches Manifest von seltener Intensität, zugeschnitten auf den Kampf ebenso wie auf den Saal. Es erscheint in einem Moment, in dem der schwere Hardcore einen starken Publikumszuwachs erlebt, und es setzt sich rasch als eine der Referenzen dieser Welle durch, getragen von einer Unnachgiebigkeit, die vom ersten bis zum letzten Stück nie nachlässt.
Ein Hardcore aus Blei
Auf musikalischer Ebene bewegt sich die Platte wie ein Schwergewicht. Die Riffs sind dick, die Breakdowns zahlreich und erdrückend, der Rhythmus gnadenlos. Der Gesang, mit beständiger Wut geschrien, lässt die Spannung nie fallen. Dieser frontale Ansatz, fast ohne Atem, macht Killafornia zu einer körperlichen Erfahrung, einer Platte, die ebenso im Körper zu spüren wie zu hören ist. Die dicke Produktion verstärkt dieses Gefühl einer Masse in Bewegung.
Der Zorn als Motor
Was First Blood abhebt, ist die politische Dimension ihrer Texte. Die Band greift die Macht, die Ungerechtigkeit, die Übergriffe der Mächtigen an, mit einer Heftigkeit, die an die großen Stunden des engagierten Hardcore erinnert. Dieser Zorn strukturiert das Album und gibt ihm eine zusätzliche Seele, indem er jedes Stück in einen Aufschrei der Auflehnung verwandelt. Man mag die Rede bisweilen direkt bis zur Frontalität finden, doch die Aufrichtigkeit des Engagements steht außer Zweifel. Kein Titel gönnt dem Hörer eine echte Pause, und genau darin liegt die erklärte Absicht der Band.
Eine Platte ihrer Zeit
Killafornia fügt sich vollständig in den Hardcore der zweitausender Jahre ein, mit seinen Codes und seinen Grenzen. Die sehr wirksame Formel kann über die Länge einen Eindruck von Wiederholung geben, und der Hörer auf der Suche nach melodischer Nuance bleibt hungrig. Doch das ist nicht das Ziel: Die Band zielt auf die unmittelbare Wirkung und erreicht sie ohne Mühe.
Im Rückblick erscheint diese Platte als wichtiger Meilenstein einer Szene, die klangliche Gewalt und politisches Bewusstsein mischte. Sie half, einen bestimmten Klang des modernen Hardcore zu prägen, brutal und engagiert, und hallt weiter bei jenen nach, die in dieser Musik ein Ventil für ihren Zorn suchen. Für den Freund schwerer Klänge und kompromissloser Aussagen bleibt Killafornia ein prägendes Hörerlebnis, eine Platte, die hart zuschlägt und ihre Wut voll bekennt. Man mag ihm eine Form von Gleichförmigkeit vorwerfen, doch das hieße, seine tiefe Absicht zu verfehlen, die nicht darin besteht zu gefallen, sondern zu treffen. Jedes Hören bestätigt denselben Eindruck: den einer Band, die felsenfest an das glaubt, was sie sagt, und die ihre ganze klangliche Kraft in den Dienst dieser Überzeugung stellt, ohne je zu erlahmen.





