2002 veroeffentlicht, ist Nihility das zweite Album von Decapitated, und es etabliert die polnische Band bereits endgultig als eine grosse Kraft des weltweiten technischen Death Metal. Was beim Hoeren am meisten auffaellt, ist die unglaubliche Jugend der Musiker: Gitarrist Vogg und vor allem Schlagzeuger Vitek, Teenager oder kaum den Teenagerjahren entwachsen, zeigen eine technische und kompositorische Reife, die wahrhaft verbluffend ist.
Eine unmenschliche Praezision
Das Spiel von Decapitated beruht vollstaendig auf einer Ausfuhrung von furchterregender Schaerfe und einer fast einschuchternden Praezision. Voggs kantige, synkopierte und perfekt kalibrierte Riffs greifen in ein Schlagzeug von nahezu mechanischer Regelmaessigkeit. Vitek, von vielen als eines der groessten Talente seiner Generation angesehen, entfaltet ein Spiel von einer Komplexitaet und Wucht, die fur sein Alter jedes Begreifen sprengen.
Das Ergebnis ist ein kalter, zerebraler, chirurgischer Death Metal, doch nie entkoerpert oder gratuit vorfuehrend, in dem jede Note auf den Millimeter berechnet scheint, ohne je die koerperliche Wucht und die rohe Gewalt zu opfern, die im Kern des Ansatzes bleiben.
Strenge vor allem
Wo viele technische Bands sich in der Uberbietung und im gratuiten Anhaeufen von Noten verlieren, halten Decapitated eine strikte Disziplin und eine bemerkenswerte Oekonomie. Stucke wie Spheres of Madness, einer der Aushaengeschilder der Band, ruecken mit einer unerbittlichen Logik vor und wechseln schnelle Detonationen und schwerere Passagen, ohne je in reines Angeben zu verfallen.
Die klare, schneidende Produktion hebt diese komplexe rhythmische Architektur perfekt hervor und verleiht der Platte eine Modernitaet, die sich scharf vom organischeren und schmutzigeren Death Metal jener Zeit abhob. Es ist ein Sound der Zukunft, sauber und unerbittlich.
Ein technischer Meilenstein
Nihility festigte den Ruf von Decapitated auf der internationalen Buhne und trug massgeblich dazu bei, Polen neben Vader und Behemoth zu einer echten Brutstaette des technischen Death Metal zu machen. Die Band sollte eine ganze Generation von Musikern, die Praezision und Wucht verpflichtet sind, nachhaltig beeinflussen.
Die Band sollte spaeter leider ein furchtbares Drama mit dem Tod von Vitek infolge eines Unfalls erleiden, was dem Hoeren dieser Aufnahmen, in denen sein immenses Talent bereits durchbrach, ruckblickend eine ergreifende Dimension hinzufugt.
Es ist ein anspruchsvolles Album, das anhaltende Aufmerksamkeit und analytisches Hoeren belohnt statt blossem nebenbei Laufenlassen. Seine Strenge, seine beherrschte Kaelte und seine blendende Virtuositaet machen es zu einer Referenz des Genres und zu einem ergreifenden Zeugnis des aussergewoehnlichen Talents von Musikern, von denen einer viel zu fruh ging. Zur Zeit seines Erscheinens definierte es die Erwartungen an Praezision und Wucht im technischen Death Metal buchstaeblich neu und zwang jede andere Band des Genres, ihren eigenen Anspruch zu erhoehen. Wenige von so jungen Musikern eingespielte Platten hatten eine solche Wirkung, und ihre Schockwelle ist noch in den anspruchsvollsten Produktionen von heute zu spuren. Es bleibt eine Lektion in Ehrgeiz und Meisterschaft.








