Selten war ein Graben zwischen Presse und Publikum zu Beginn dieses Jahres 2026 so deutlich: 71/100 bei den Kritikern, 53/100 bei den Hörern auf AOTY. Dom Lawson zückt bei Blabbermouth (8.5/10) den Superlativ: „absolut mörderisch und ohne das geringste Füllmaterial », „ein Meilenstein » für die Band von Jennifer Haben, deren „warme, vielseitige und lebenssprühende » Stimme er lobt. Metal Hammer (8/10) bestätigt. Kerrang! und Angry Metal Guy (beide 6/10) dämpfen das Ganze.
Der Kritikerkonsens: unfehlbare Refrains, eine Haben in Höchstform, eine Produktion, die zwischen „atmosphärischer Feinheit und purem Pathos » pendelt. Der Vorbehalt: eine schwächere zweite Hälfte – AMG verweist auf „mehr nervige als coole » Vocoder bei „The Flood » und einen in einem einfallslosen Synth-Pop vergeudeten Gast (Asami).
Bleibt dieses schmollende Publikum. Der Schwenk zum symphonischen Pop à la Amaranthe kommt bei den Fans des symphonischen Metal der ersten Stunde schlecht an, und 53/100 sind keine Kleinigkeit. Die Presse sagt gute Platte, die Basis sagt sanfter Verrat: Man teilt die Differenz und notiert die Kluft.


