Fast fünfundzwanzig Jahre nach Fallen hatte niemand Evanescence bei 81/100 erwartet — und doch ist das der AOTY-Wert von Sanctuary, aus 6 Kritiken, mit AllMusic bei 9 und Blabbermouth bei 8.5. Einziger Wermutstropfen: ein deutlich lauwarmeres Publikum bei 71 aus über 1 400 Wertungen. Die Presse liebt es, die Basis diskutiert.

Worüber sich alle einig sind: Amy Lee, versteht sich, und eine Rückkehr zu alter Form, kommerziell wie künstlerisch. « Who Will You Follow » bescherte der Band ihre allererste Nummer 1 der Billboard Hard Rock Songs, und Blabbermouth hebt eine Sängerin hervor, die imstande ist, « eine Stufe höher zu schalten, um es mit der Intensität der Gitarren aufzunehmen ». Wall of Sound (9/10) geht weiter: « dieses Album ist überwältigend », vor dem Geständnis, das die Saison zusammenfasst — « dieses Album hat mich zu einem Evanescence-Fan gemacht ». Die schweren Momente (« Self Destruct », « Beautiful Lie ») wie die Klavierballaden (« How Do I Heal », « Forever Without You ») finden einhellige Zustimmung.

Woran sich die Geister scheiden: die Elektro-Pop-Wendungen. « Rapture » oder « Calm Down » gehören laut Blabbermouth eher zum Trend der Stunde als zur Innovation — und genau da klinkt sich das Publikum vermutlich aus. Bleibt das Wesentliche: die beste Kritikerresonanz der Band seit Ewigkeiten. 8/10, und ein Sanctuary, das seinen Namen zu Recht trägt.