Seit der Wende der 2010er Jahre verkörpert While She Sleeps eine gewisse Idee von Unabhängigkeit im britischen Metalcore. Die Band aus Sheffield, die ihre Karriere abseits der großen Plattenfirmen aufgebaut hat, machte aus der Eigenproduktion und der direkten Bindung an ihr Publikum eine wahre Philosophie. Self Hell, ihr sechstes Album, verlängert diesen Ansatz mit ungebrochener Energie.
Die Kritik rühmt die Platte (ein Schnitt von 80 über sieben Besprechungen) und hebt die Kohärenz einer Band hervor, die ihren Überzeugungen treu zu bleiben verstand und zugleich ihre Palette erweiterte. While She Sleeps verbindet die Schwere des Metalcore mit hymnischen Refrains, elektronischen Tupfern und einer melodischen Sensibilität, die auf die Zustimmung der großen Säle zielt.
Musikalisch pflegt das Album den Kontrast zwischen Aggression und Eingängigkeit. Verheerende Breakdowns stehen neben Refrains, die zum gemeinsamen Mitsingen gebaut sind, während die kernige Stimme von Loz Taylor mit klareren, poppigeren Linien wechselt. Das Ganze wird von einer weiten, modernen Produktion getragen, zugeschnitten auf die Bühne und die Festivals.
Das Risiko dieses Strebens nach Wirksamkeit ist eine gewisse Uniformierung. Im Bestreben, Brutalität und Zugänglichkeit zu versöhnen, verliert Self Hell zuweilen an Schärfe, und manche Refrains streifen die melodische Bequemlichkeit. Das Engagement und die Aufrichtigkeit der Band bleiben unversehrt; die Kühnheit indes wird verhaltener.
Fazit: 8/10. Eine kämpferische, großzügige Platte, die While She Sleeps in ihrer Rolle als Verbinder bestätigt. Ohne große Überraschung, doch mit einem Herzen, das kräftig schlägt.



