Mit seinem gleichnamigen Erstling legt True Colors die Grundlagen seiner Identität: ein melodischer und positiver Hardcore, geprägt vom Youth-Crew-Geist und einer bewussten Botschaft der Hoffnung. Aus Belgien kommend, reiht sich die Band in eine lichte Tradition des Hardcore ein, jene, die die kollektive Energie und die Aufrichtigkeit der Schwärze oder der Pose vorzieht. Dieser Auftaktplatte atmet die Begeisterung der Anfänge und einen ansteckenden Glauben an die Werte des Genres, mit einer Frische, die sofort mitreißt.
Die Farbe der Ursprünge
Schon auf diesem Erstling ist alles da: die verbindenden Refrains, die schwungvollen Tempi, jene Art, aus dem Hardcore eine Feier statt eines Ventils zu machen. True Colors verbirgt seine Einflüsse nicht, im amerikanischen Youth Crew verankert, doch trägt sie mit einer Frische, die den bloßen Abklatsch vermeidet. Man spürt eine Band, die aufrichtig an das glaubt, was sie verteidigt, und die diese Überzeugung ohne Schwerfälligkeit weitergibt. Diese entwaffnende Aufrichtigkeit ist genau das, was die Band auszeichnet und sie von den ersten Noten an liebenswert macht.
Melodie und Energie
Die große Stärke der Band ist ihr Sinn für Melodie. Die Stücke verstehen es, nervös zu sein, ohne je den Haken zu opfern, energisch, ohne brutal zu werden. Dieses Streben nach einem Gleichgewicht zwischen Wucht und Leuchtkraft verleiht der Platte eine sofort wiedererkennbare Farbe. Der Hardcore von True Colors ist zum Versammeln gemacht, zum chorischen Singen mit erhobener Faust, in einem Geist des Teilens statt der Konfrontation. Es ist eine großzügige, dem anderen zugewandte Musik, die ihre Kraft aus dem Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gemeinschaft schöpft.
Eine positive Botschaft
Über die Musik hinaus ist es eine Geisteshaltung, die die Band in den Vordergrund stellt: die Hoffnung, die Positivität, die Kraft des Kollektivs. Diese in der Youth-Crew-Tradition zentralen Werte werden hier mit einer Aufrichtigkeit verteidigt, die die Klippe der Naivität umgeht. True Colors nennt kein Wunderrezept, es gibt einfach eine Energie weiter, jene einer Jugend, die sich entscheidet, an etwas zu glauben, statt alles zu verwerfen. Diese kämpferische Positivität, weit davon entfernt, kitschig zu sein, wirkt wie ein echter Antrieb, eine lichte Antwort auf die herrschende Schwärze.
Dieser Erstling ist ein überzeugender Einstieg, der True Colors als aufstrebende Größe der europäischen melodischen Hardcore-Szene etabliert. Fern von der Finsternis und der Überbietung verteidigt er eine warme und versammelnde Vision des Genres. Für alle, die den Hardcore lieben, der ebenso zum Lächeln wie zur Gänsehaut bringt, ist es eine liebenswerte, aufrichtige und seinem Titel vollkommen treue Platte. Eine lichte Absichtserklärung, die eine Band mit einer schönen Zukunft ankündigt.