Nach einigen Jahren des Schweigens kehren The Warriors 2011 mit See How You Are zurück, einer Platte, die beweist, dass die Band nichts von ihrer Intensität verloren hat. Die Rückkehr ist solide, getragen von eben jener chaotischen Energie und jener metallischen Aggressivität, die den Ruf der Kalifornier begründet haben. Weit davon entfernt, wie eine nostalgische Reunion zu klingen, zeigt das Album einen ungebrochenen Biss und einen offenkundigen Willen, weiter aufzurütteln. Es ist die Platte einer Band, die sich weigert, sich einzureihen, die mit etwas zu beweisen zurückkehrt und der Absicht, es lautstark bekannt zu machen.
Eine überzeugende Rückkehr
See How You Are knüpft wieder an die Formel an, die die Stärke der Warriors ausmacht: das beherrschte Chaos, die kanalisierte Wut, die Unberechenbarkeit. Die Band spielt mit der Sicherheit derer, die genau wissen, was sie wollen, und wechselt zwischen frontalen Attacken und verschlageneren Passagen mit wiedergefundener Leichtigkeit. Man spürt eine Formation, die gereift ist, die vielleicht an Abstand gewonnen hat, die aber im Wesentlichen nichts preisgegeben hat: die Intensität und das Engagement. Diese Rückkehr enttäuscht nicht, gerade weil sie treu bleibt, was die Identität der Band immer ausgemacht hat.
Reife ohne Besänftigung
Was See How You Are auszeichnet, ist diese Art, Erfahrung und Wut zu verbinden. Die Band spielt mit mehr Abstand, aber ohne je zahm zu werden: die Stücke bleiben nervös, schneidend, getragen von einer Aggressivität, die nicht nachgelassen hat. Diese Reife übersetzt sich nicht in eine Verlangsamung, sondern in eine gesteigerte Präzision, eine Fähigkeit, genau zu treffen. The Warriors beweisen, dass man im Hardcore altern kann, ohne seinen Biss zu verlieren, indem man die Erfahrung eher in eine zusätzliche Kraft als in eine Bremse verwandelt.
Die Treue zu sich selbst
See How You Are ist vor allem eine Platte der Treue: Treue zu einem Klang, zu einer Haltung, zu einer Vision des chaotischen und kompromisslosen metallischen Hardcore. Die Band sucht nicht, sich neu zu erfinden noch den Moden zu folgen, sie tut einfach weiter, was sie am besten kann, mit Überzeugung. Diese Beständigkeit nötigt in einem Genre, in dem sich so viele Bands verlieren oder verschwinden, Respekt ab. Es ist das Werk einer Formation, die ihren Wert kennt und die sich nicht verkleiden muss, um zu existieren.
See How You Are ist eine gelungene Rückkehr, der Beweis, dass The Warriors noch Ressourcen und Wut im Überfluss hatten. Der Identität der Band treu, intensiv und kompromisslos, verlängert sie eine schlüssige Laufbahn, ohne je den Eindruck zu erwecken, sich lasch zu wiederholen. Für die langjährigen Fans wie für die Neugierigen ist es eine tröstliche Bestätigung: das organisierte Chaos der Warriors hatte sein letztes Wort nicht gesprochen, und die Band blieb fähig, so hart zuzuschlagen wie zu ihren großen Zeiten.