Aus Leeds stammend, hat sich Static Dress binnen weniger Jahre als eine der meistbesprochenen Hoffnungen der britischen Post-Hardcore-Erneuerung behauptet. Genährt ebenso vom Emo-Screamo der 2000er Jahre wie von einer gepflegten visuellen Ästhetik, unterhalten von einer über die sozialen Netzwerke verbreiteten narrativen Mythologie, machte die Band aus Rouge Carpet Disaster, ihrem ersten Album, ein ebenso aufregendes wie forderndes Objekt.
Die Kritik rühmt die Platte (ein Schnitt von 81 über sieben Besprechungen) und erblickt darin die Ablösung einer Szene, die lange nach frischem Blut suchte. Static Dress entfacht die Flamme eines nervösen, wundgeriebenen Post-Hardcore neu, Erbe von Underoath oder Alexisonfire, und flößt ihm zugleich eine Dringlichkeit und eine Aufrichtigkeit ein, die ihm ganz eigen sind.
Musikalisch bevorzugt das Album das Aufblitzen: kurze, von Energie gesättigte Stücke, in denen Schreie und klarer Gesang um den Vordergrund streiten. Die stellenweise bewusst rohe Produktion bewahrt eine Spontaneität, die zu viele Platten des Genres zugunsten des Geschliffenen opfern. Man spürt die Reibung, den Schweiß, die Spannung des Live-Auftritts.
Die Kehrseite dieses Ungestüms ist ein Mangel an Abstand: Das Album müht sich in seiner Hast zuweilen, seine Einfälle zu ordnen, und der Hörer geht aus einem Durchlauf ein wenig atemlos hervor, überflutet von einem Überschwang, der gewonnen hätte, wäre er kanalisiert worden. Das Versprechen ist gewaltig; seine Einlösung noch ungleich.
Fazit: 8/10. Ein fiebriges, vielversprechendes Debütalbum, das den britischen Post-Hardcore wieder auf die Landkarte setzt. Eine Band, die man sehr genau verfolgen sollte.



