Das Debut von Orgy, Candyass, entwirft 1998 eine eigenwillige Aesthetik, die die Band selbst death pop taufte. Veroeffentlicht auf Elementree, dem von Jonathan Davis von Korn gegruendeten Label, verbindet die Platte metallische Gitarren, kalte Synthesizer und androgynen Glamour, in einer Geste, die Bowie ebenso viel verdankt wie der kalifornischen Nu-Metal-Szene. Die theatralische Stimme von Jay Gordon findet hier einen glaenzenden, bewusst kuenstlichen Rahmen.

Die Coverversion von New Orders Blue Monday wurde ein unerwarteter Hit und fasst das ganze Projekt zusammen: New Wave in eine Elektro-Metal-Maschine zu verwandeln. Daneben entfalten Stitches und Fetisha eingaengige Refrains ueber einer manchmal zu glatten Produktion. Candyass ist stellenweise gealtert, bleibt aber ein faszinierendes Zeugnis einer Zeit, in der Metal ungeniert mit synthetischem Pop flirtete.