Auf dem Papier hatte Witch alles vom perfekten Coup für Maria Brink: die bis zum Anschlag getriebene Hexen-Ästhetik, eine offen ausgespielte Fusion aus Alternative Metal und Elektro und eine Coverversion von „Another Brick In The Wall », vielerorts als „gespenstisch » bezeichnet. Die Presse folgt im Übrigen recht gern: 77/100, mit Blabbermouth bei 9/10, das „das endlich gefundene Gleichgewicht zwischen Schwere und Melodie » lobt, und einem verzauberten Kerrang! (4/5).
Nur folgt das Publikum überhaupt nicht: 49/100 seitens der Hörer. Die brutalste Kluft zwischen Kritik und Publikum des Saisonauftakts. Distorted Sound (6/10) liefert den Schlüssel zum Unbehagen: eine erdrückende elektronische Produktion, ein unbeständiges Album, weit entfernt von der Intensität der Blood-Ära.
Die Höhepunkte sind gleichwohl Konsens — allen voran der Opener „Shame » und „Crawl ». Eine Platte des Spektakels mehr als der Songs: je nachdem, was man darin sucht, ist es ein Zauber oder eine Nebelwand.



