Manche Debütalben treffen mit solcher Wucht, dass sie die Spielregeln augenblicklich neu bestimmen. Satisfaction Is the Death of Desire, 1997 erschienen, gehört zu dieser Kategorie. Mit dieser Erstlingsplatte setzt Hatebreed eine Vision von Hardcore von unerbittlicher Brutalität durch, verdichtet, ohne ein einziges Gramm Fett. Es ist ein Uppercut von dreißig Minuten, der den Druck nie loslässt, eine Absichtserklärung, die die Band zu einer der bedeutenden Referenzen des metallischen Hardcore machen sollte. Selten hat eine erste Platte eine so scharf umrissene und so unmittelbar wiedererkennbare Identität gezeigt.
Brutalität im reinen Zustand
Alles an dieser Platte ist auf maximale Wucht angelegt. Die Stücke, kurz und dicht, reihen schwere Riffs und verheerende Breakdowns mit erschreckender Wirksamkeit aneinander. Es gibt keinen Leerlauf, keinen Zierat: jede Sekunde dient dem Zweck, jeder Übergang führt zu einem neuen Angriff. Die Produktion, dick und kraftvoll, gibt die ganze Gewalt dieser Musik wieder, ohne sie je zu glätten. Man spürt körperlich die Schwere der Gitarren und den unnachgiebigen Schlag des Schlagzeugs. Diese permanente Dichte, dieses völlige Fehlen von Atempause, macht die Platte von einem Ende zum anderen zu einer ebenso zermürbenden wie berauschenden Erfahrung.
Die Energie des Überwindens
Was Hatebreed über die bloße klangliche Gewalt hinaus auszeichnet, ist die Botschaft. Der Gesang, mit voller Überzeugung geschrien, trägt Texte, die sich auf Widerstandskraft, Selbstüberwindung, Überleben angesichts der Widrigkeit konzentrieren. Weit entfernt von einem selbstgefälligen Nihilismus will diese Musik ein Antrieb sein, fast kathartisch. Sie verwandelt Zorn in Treibstoff, Schmerz in Kraft. Diese positive Dimension, paradox angesichts der Brutalität des Klangs, erklärt zum Teil die dauerhafte Wirkung der Band und die Inbrunst, die sie bei einem immer breiteren Publikum weiter weckt.
Die Formel ist einfach, aber furchtbar wirksam, und genau in dieser Ökonomie der Mittel liegt der Erfolg der Platte. Nichts ist überflüssig, alles geht geradewegs zum Ziel. Man könnte dem Ganzen einen gewissen Mangel an Abwechslung vorwerfen, doch das hieße die Absicht zu verfehlen: diese Platte sucht nicht die Vielfalt, sie sucht die Wucht, und aus dieser Sicht erreicht sie ihr Ziel mit beeindruckender Beständigkeit. Jedes Stück schlägt zu wie ein kalibrierter Fausthieb und lässt dem Hörer keinen Ausweg und keinen Moment der Entspannung.
Ein Gründungsakt
Satisfaction Is the Death of Desire prägte den metallischen Hardcore nachhaltig und beeinflusste unzählige Bands, die danach kamen. Es legt die Grundlagen eines Stils, dem ein immenses Glück beschieden sein sollte, und verbindet extreme Schwere mit positiver Energie. Brutal, knapp, aufrichtig, bewahrt dieses erste Album unversehrt seine Kraft zu beflügeln. Für jeden, der den Aufstieg des schwersten Hardcore der späten Neunziger verstehen will, bildet es einen unumgänglichen Eckstein, eine Platte, die nichts von ihrer Fähigkeit verloren hat, Massen zu elektrisieren und uns daran zu erinnern, warum diese Musik überhaupt existiert und warum sie so viele Menschen bis heute zusammenbringt.




