Zehntes Album und ein reichlich schizophrenes Armaturenbrett. Auf Seiten der Presse ist die einzige auf Album of the Year aggregierte Kritik ein überschwängliches 9/10 von Blabbermouth; der Metal Hammer Deutschland dämpft streng auf 4/7. Auf Seiten des Publikums ist es ein Debakel: 25/100 aus 174 Wertungen, einer der schlechtesten Nutzerwerte des Sommers. Selten hat eine Platte jene, die sie besprechen, so sehr von jenen getrennt, die sie hören.

Bei der reinen Musik indes finden sich fast alle wieder. Blabbermouth lobt eine « härtere und schwerere » Band, die « nach zwei Jahrzehnten genau weiß, was sie ist, und keinerlei Absicht hat, langsamer zu werden »; selbst der deutsche Kritiker, nicht eben zärtlich, räumt « maximal kantige » Riffs von Zoltán Báthory und Andy James auf « Legacy », « De Oppresso Liber » oder « Scapegoat » ein sowie eine tadellose Produktion. « Eye of the Storm » und « Nails In The Coffin » sind die am häufigsten genannten Stücke.

Was verärgert, sind die Texte: Metal Hammer bringt die Platte auf eine mörderische Formel — sie « reißt musikalisch mit und stößt textlich ab » — und verweist auf den « quengeligen Ton » und die Opferpose von Ivan Moody. Rechnet man die massive Ablehnung des Publikums hinzu, erhält man ein Urteil, das mit spitzen Fingern anzufassen ist: eine gute FFDP-Platte für die Überzeugten, ein rotes Tuch für alle anderen.