Lange zu den kompromisslosesten Formationen des Deathcore gezählt, verstand es die amerikanische Band Fit for an Autopsy im Verlauf der 2010er Jahre, den Grenzen eines oft der Bequemlichkeit bezichtigten Genres zu entkommen. Angeführt vom Gitarristen und Produzenten Will Putney, einer einflussreichen Figur der modernen Metal-Szene, bereicherte die Formation aus New Jersey allmählich ihre Palette. Oh What the Future Holds bildet davon eine ausgereifte Etappe.

Die Kritik rühmt das Album (ein Schnitt von 81 über acht Besprechungen) und betont eine kompositorische Tiefe, welche die Codes des Genres übersteigt. Denn Fit for an Autopsy begnügt sich nicht damit, Breakdowns aneinanderzureihen: Die Band komponiert wahrhaftige Stücke, ausgestattet mit einer Dynamik und einer atmosphärischen Ladung, die bisweilen an progressiven Metal oder Post-Metal erinnern.

Die Platte besticht durch die Dichte ihrer von Putney gezeichneten Produktion, der es gelingt, eine erdrückende Schwere mit bemerkenswerter Klarheit zu verbinden. Die oft politischen und verzweifelten Texte zeichnen das Bild einer Welt am Rande des Abgrunds, getragen vom beeindruckenden Growl von Joe Badolato. Melodische Höhenflüge durchbrechen die Schwärze, ohne je der Bequemlichkeit nachzugeben.

Man wird bedauern, dass die Band trotz ihrer Ambitionen Gefangene gewisser Automatismen des Deathcore bleibt: Der systematische Rückgriff auf den Breakdown verwässert am Ende die Wirkung, und dem Ganzen fehlt es bisweilen an wahrhaft einprägsamen Stücken. Die Beherrschung ist da; der Funke etwas weniger.

Fazit: 8/10. Eine solide, ambitionierte Platte, die den Deathcore über seine Klischees hebt. Eine Stufe unter der großen Platte, doch ein sicherer Wert.