Geboren aus der Energie von JJ Peters, einst Schlagzeuger einer australischen Metalcore-Band, schlug Deez Nuts von Anfang an den Gegenweg zur Schwere ein, um einen ausgelassenen, unbekümmerten Hardcore zu bieten. Stay True, das 2008 erschienene Debütalbum, legt die Grundlagen dieser Formel: Groove, Mitgröl-Refrains und eine gute Dosis Attitüde aus der Hip-Hop-Kultur. Es ist eine Platte, die das unmittelbare Vergnügen und den Partygeist über die übliche Düsternis des Genres stellt. Rasch wuchs das Projekt über seinen anfänglichen Status hinaus zu einer vollwertigen Band, getragen von unaufhörlichen Touren rund um die Welt. Diese Bühnenenergie durchzieht die ganze Platte, die vor allem als Einladung erscheint, einen kollektiven Moment zu teilen.

Hardcore in Gutlaune-Fassung

Wo viele Bands die reine Aggressivität pflegen, bekennt sich Deez Nuts zu einem leichteren, fast geselligen Ansatz. Die Songs sind für die Bühne und das Teilen geschnitten, mit gesungenen Parts, die leicht zu merken sind, und Breakdowns, gebaut, um den Pit zu bewegen, ohne ihn je in die Finsternis zu stürzen. Das Ganze atmet Freundschaft, Treue zu den Seinen und die Liebe zum Hardcore als Lebensform. Der Einfluss des Rap ist in der Phrasierung und in bestimmten Kadenzen zu spüren, ohne dass die Band deshalb in den Rap-Metal kippt. Diese Hybridisierung bleibt im Dienst der Energie, des Spaßes und der kollektiven Kommunion. Stay True ist eine Platte, die man unter Freunden hört, das Glas in der Hand, statt allein.

Bewusste Schlichtheit

Die Platte sucht weder Komplexität noch Tiefe. Sie setzt alles auf die unmittelbare Wirksamkeit, auf einfache, direkte Hymnen, die vom ersten Hören an funktionieren. Diese Schlichtheit mag begrenzt wirken für jeden, der musikalischen Reichtum erwartet, doch sie passt perfekt zur Absicht der Band: eine gute Zeit zu bereiten, nicht mehr und nicht weniger.

Ein Manifest der Freundschaft

Wie der Titel andeutet, ist Stay True vor allem eine Hommage an Loyalität und Gemeinschaftsgeist. Die Themen kreisen um Freundschaft, Treue und die Weigerung, seine Werte zu verleugnen. Diese positive, fast naive Botschaft hebt sich vom im Hardcore häufigen Nihilismus ab und verleiht der Platte eine besondere Wärme. Man könnte der Platte einen Mangel an Ehrgeiz vorwerfen, eine Formel, die nie überrascht und mitunter an das Bequeme streift. Deez Nuts will nichts revolutionieren, und dieses Fehlen von Anspruch ist zugleich ihre Grenze und ihr Reiz.

Am Ende ist Stay True eine ausgelassene, aufrichtige und unmittelbare Hardcore-Platte, die ihren Auftrag perfekt erfüllt. Sie wird nicht als Meisterwerk in die Geschichte eingehen, doch sie verkörpert eine freudige, verbindende Seite des Genres. Ein ideales Hörerlebnis, um das Lächeln zurückzugewinnen. Es ist die Sorte Platte, zu der man greift, wenn der Tag lang war und man einfach mit Freunden einen Refrain brüllen will, ohne tieferen Sinn, nur reine gemeinsame Entladung. Genau darin liegt sein bescheidener, aber echter Reiz, den man nach einem langen Tag durchaus zu schätzen weiß.