Es gibt Bands, die eine ganze Stadt verkörpern, und Death Before Dishonor tragen Boston in jedem ihrer Akkorde. Erschienen 2005, ist Friends Family Forever eine Platte des fest auf eigenen Beinen stehenden Hardcore, ohne Schnörkel und Kalkül, die die im Titel selbst angekündigten Werte von Loyalität und Bruderschaft feiert. Man hört den Schweiß voller Säle, die Nähe zwischen Bühne und Publikum, jene rohe Energie, die den Ruf des Ostküsten Hardcore begründete. Erschienen Mitte der zweitausender Jahre, gehört es zu einer Generation von Bands, die die Werte der Kameradschaft und den Geist der lokalen Szene wieder in den Mittelpunkt rückten, fern von kommerziellen Ambitionen und vorübergehenden Moden.
Eine Einfachheit, die richtig trifft
Die Band jagt keiner Komplexität nach. Ihre Songs gehen aufs Wesentliche, solide Riffs, Tempi, die zwischen Wucht und Wiegen wechseln, Refrains, zugeschnitten zum unisono Skandieren. Der Gesang, heiser und aufrichtig, scheint sich an einen Freundeskreis zu wenden statt an ein anonymes Publikum. Diese Nähe ist das Herz der Platte: Selten hat man das Gefühl, einer posierenden Band zuzuhören, eher das, einen intensiven kollektiven Moment zu teilen.
Die Straße und die Treue
Die Themen drehen sich um Freundschaft, Überleben und Viertelstolz, ein klassisches Hardcore Vokabular, das die Band mit Überzeugung führt. Nichts Neues im Kern, aber eine entwaffnende Ehrlichkeit im Ton. Jedes Stück klingt wie eine Grundsatzerklärung, eine Erinnerung, dass Hardcore vor allem eine Sache der Gemeinschaft bleibt. Diese Aufrichtigkeit gleicht den bisweilen erwartbaren Charakter der Kompositionen weitgehend aus. Man kann sich fast vorstellen, wie die Menge auf die Bühne drängt, um die Worte zurückzubrüllen, so unmittelbar scheinen diese Songs für jenen geteilten Moment geschrieben.
Eine Liveplatte
Friends Family Forever entfaltet seine ganze Dimension, wenn man es auf der Bühne gespielt vorstellt, in der Hitze eines Saals, in dem die Körper zusammenprallen. Auf Platte bleibt die Produktion effizient, lesbar, ohne Angeberei, im Dienst der unmittelbaren Wirkung. Manche werden einen Mangel an Überraschungen bedauern und eine Formel, die sich über die Stücke hinweg wenig erneuert, doch das Ganze steht durch seine Geschlossenheit und seine Energie.
Dies ist kein Album, das das Genre revolutioniert, und es gibt vor, es zu tun. Es ist eher ein solides Stück im großen Bauwerk des Hardcore der zweitausender Jahre, eine Platte, die zu denen spricht, die diese Musik als Lebensweise leben statt als bloße Unterhaltung. Für den Freund des Genres bietet es genau, was es verspricht: Aufrichtigkeit, Kraft und einen scharfen Sinn für Zugehörigkeit. Ein ehrlicher Wert, ohne Umweg. Es betrügt nie, versucht nie, größer zu wirken, als es ist, und das ist vielleicht seine schönste Eigenschaft. In einem bisweilen zur Übersteigerung verlockten Genre steht diese bekannte Bescheidenheit als Tugend da, und man verlässt das Hörerlebnis mit dem Gefühl, etwas Aufrichtiges und zutiefst Menschliches geteilt zu haben.




