Mitte der zweitausender Jahre brodelt die amerikanische Metalcore Szene, und Bury Your Dead nehmen darin einen eigenen Platz ein. Die Band aus Massachusetts bevorzugt die reine Schwere gegenüber der Melodie und zieht den erdrückenden Groove den harmonischen Höhenflügen vor. Cover Your Tracks, erschienen 2004, verkörpert diesen Ansatz mit bemerkenswerter Beständigkeit, eine Platte, gebaut, um Säle zu erschüttern und der Massenbewegung Körper zu geben. Hier steht die Kraft vor jeder anderen Erwägung. Es erscheint auf dem Höhepunkt der Metalcore Explosion, in einem Moment, in dem sich das Genre in eine Vielzahl von Tendenzen verzweigt, und es wählt bewusst den härtesten Weg, jenen, der Gewicht und körperliche Wucht über jede Form von melodischem Haken stellt.

Die Herrschaft des schweren Grooves

Was sofort auffällt, ist die Art, wie die Band ihre Songs um synkopierte Riffs und verheerende Breakdowns baut. Die Gitarre sinkt in die Tiefe, das Schlagzeug hämmert ruckartige Muster, und der geschriene Gesang zwingt eine beständige Aggression auf. Das Ergebnis lässt einen von seinen melodischen Verzierungen befreiten Metalcore erahnen, zurückgeführt auf seine körperlichste Dimension. Diese Ökonomie der Mittel macht die Eigenart der Platte und ihre furchterregende Wirksamkeit über die Länge.

Eine Intensität ohne Pause

Das Album sucht nicht die Vielfalt der Stimmungen, sondern die Anhäufung von Einschlägen. Jedes Stück scheint als Abfolge von Spannungsmomenten angelegt, mit jenen rhythmischen Brüchen, die zur Bewegung einladen. Dieser bekannte Ansatz mag den Hörer auf der Suche nach Nuance ermüden, doch er wird den Freund roher Empfindungen erfreuen. Die dichte und kompakte Produktion setzt diese beanspruchte Schwere perfekt in Szene, ohne je zu versuchen, sie zu mildern.

Eine bekannte Nischenplatte

Cover Your Tracks erhebt nicht den Anspruch, über sein natürliches Publikum hinaus zu gefallen. Es wendet sich an jene, die den Metalcore in seiner härtesten Version lieben, der dem schweren Hardcore nächsten. Diese Radikalität ist zugleich seine Grenze und seine Stärke: Die Platte verrät nie ihre Absicht, selbst um den Preis, weniger an diese fortwährende Intensität gewöhnte Ohren abzuschrecken.

Im Rückblick zeugt dieses Album von einer Zeit, in der der Metalcore alle seine Varianten erkundete, von der melodischsten bis zur brutalsten. Bury Your Dead wählten ohne Zögern den zweiten Weg, und Cover Your Tracks bleibt eine überzeugende Veranschaulichung davon. Für den Freund schweren Klangs und gnadenloser Breakdowns bietet diese Platte eine beständige Energieentladung, eine körperliche Erfahrung, die in der Hitze eines Konzerts ihren vollen Sinn findet. Ein frontales Werk, ohne Kompromiss, sich selbst treu von Anfang bis Ende. Diese radikale Wahl erklärt sowohl seinen Kultstatus bei den Freunden extremer Klänge als auch seine relative Verborgenheit beim breiten Publikum. Doch man muss diese makellose Geschlossenheit würdigen, diese Verweigerung jedes Kompromisses, die Cover Your Tracks zu einer sich selbst vollkommen treuen Platte macht, einer Absichtserklärung, so brutal wie aufrichtig.