2007 veröffentlicht, steht An Ocean Between Us als ein Gipfel in der Diskografie von As I Lay Dying. Die kalifornische Band verfeinert hier ihre Metalcore-Formel, indem sie ihr eine Schwere und eine Technik einflößt, die dem Thrash und dem Death Metal entlehnt sind. Es ist die Platte der Reife, jene, in der das Quintett die Balance zwischen purer Aggression und Melodiegespür findet, ohne je eine Seite zu wählen oder seine Wurzeln zu verleugnen.
Eine geschliffene Kriegsmaschine
Das Erste, was auffällt, ist die chirurgische Präzision des Spiels. Die Riffs, ultra-eng, reihen sich mit mechanischer Strenge aneinander, getragen von einem technischen und unerbittlichen Schlagzeug. Die Band beschwört die Geschwindigkeit des Thrash, die Brutalität des Death Metal und die Struktur des Metalcore in ein und derselben Bewegung. Diese instrumentale Dichte, diese gebändigte Virtuosität, hebt die Platte eine Stufe über den Durchschnitt des Genres jener Zeit, ohne je in grundlose Effekthascherei zu versinken.
Die Melodie als Kontrapunkt
Dieser Aggression stellt die Band klar gesungene Refrains entgegen, die Atem und Licht bringen. Dieser Kontrast, typisch für den melodischen Metalcore, ist hier besonders gut dosiert: Die gesungenen Teile verwässern nie die Wucht, sie steigern sie. Die Texte, geprägt von einer Sinnsuche und einer bewussten Schwere, fügen eine Tiefe hinzu, die über das bloße Ventil hinausgeht. Man spürt eine Band, die an das glaubt, was sie tut, die in jede Note Überzeugung legt.
Eine Produktion nach Maß
Die massive und detaillierte Produktion dient diesen Ambitionen bewundernswert. Jedes Instrument atmet, jeder Doppelfußtritt knallt mit Klarheit, jedes Riff behält seinen Biss. Diese klangliche Klarheit erlaubt es, den Reichtum der Kompositionen voll zu würdigen, die mit jedem Hören an Relief gewinnen. Das Album umgeht die Klippe der Gleichförmigkeit, die dem Genre oft droht, indem es Tempi, Stimmungen und Intensitäten variiert, um die Aufmerksamkeit von Anfang bis Ende zu halten, ohne je die Spannung erschlaffen zu lassen. Man spürt hier die Arbeit einer Band, die jedes Detail geschliffen hat, die das Ungefähre verweigert und jede Idee zu Ende treibt. Die Arrangements lassen dezente Harmonien und kalkulierte Brüche an die Oberfläche treten, die sich nur dem aufmerksamen Hören offenbaren. Es ist eine Platte, die davon profitiert, laut gespielt zu werden, in guten Kopfhörern, um all das zu erfassen, was sich unter der Oberfläche abspielt, und die dann eine Tiefe offenbart, die man auf den ersten Blick nicht vermutet hätte.
An Ocean Between Us behauptet sich als Referenz des Metalcore der späten zweitausender Jahre, eine Platte, die As I Lay Dying als eine der Säulen der Szene bestätigte. Sie verdichtet alles, was das Genre im besten Fall bieten kann: Kraft, Technik, Melodie, Überzeugung. Trotz der Kontroverse, die die Band später umgeben sollte, bleibt der rein musikalische Wert dieses Albums unbestreitbar. Es ist eine solide, fordernde und tadellos ausgeführte Platte, die sich weiterhin gegen die vollendetsten Produktionen des Stils behauptet.





