Prayers Upon Deaf Ears bestätigt und verfeinert das, was das erste Album mit Gewalt durchgesetzt hatte. Arkangel weicht keinen Zentimeter von seiner Bahn ab: Die belgische Band zieht weiter dieselbe Furche eines schwarzen und erstickenden Metalcore, aber mit gesteigerter Souveränität und einem ausgereifteren Songwriting. Wo Dead Man Walking durch seine rohe Gewalt bestach, fügt diese zweite Platte eine beinahe architektonische Dimension hinzu, ohne je etwas von ihrer grundlegenden Schwärze aufzugeben. Es ist der Klang einer Band, die das Maß ihrer eigenen Kraft erfasst hat und lernt, sie mit eiskalter Präzision zu entfalten.

Gebete, die ins Leere fallen

Der Titel fasst allein den radikalen Pessimismus der Band zusammen: an taube Ohren gerichtete Flehen, ein Schrei, geschleudert in eine Welt, die nicht zuhört. Diese Verzweiflung durchzieht jedes Stück, getragen von weiterhin ebenso schneidenden Texten über die Menschheit, die Grausamkeit und die Ablehnung der bestehenden Ordnung. Arkangel tröstet nicht, es stellt fest, und verwandelt diese Feststellung in eine für das Genre ungewöhnliche Tiefe, weit entfernt von der bloßen Pose.

Die Mechanik zieht sich zusammen

Musikalisch gewinnt die Band an Präzision. Die Riffs, weiterhin ebenso schwer, sind besser angeordnet, die Brüche schlagkräftiger, und das Ganze strahlt eine beinahe klinische Kälte aus. Diese gesteigerte Strenge macht die Platte noch erstickender: Nichts ist dem Zufall überlassen, jeder Angriff ist berechnet, um den Aufprall zu maximieren. Der Metalcore von Arkangel wird hier zu einer Wissenschaft der Beklemmung, in der die Technik sich ganz in den Dienst der Atmosphäre stellt. Die Band sucht nicht die Abwechslung, sie vertieft ihre Obsession und gräbt immer tiefer in derselben finsteren Ader.

Das Siegel einer Szene

Prayers Upon Deaf Ears schreibt Arkangel endgültig unter die Säulen der H8000-Szene ein, jenes belgischen Herds, der so viel in der Geschichte des extremen Hardcore gezählt haben wird. Die Platte verlängert den Einfluss der Band und bestätigt, dass das erste Album kein Zufall war. Man hält hier einen wesentlichen Meilenstein in Händen, der nachhaltig geprägt hat, wie man in Europa die Begegnung von Metal und Hardcore denkt. Diese Referenzstellung verdankt die Band ihrer Beständigkeit im Anspruch.

Prayers Upon Deaf Ears ist eine kompromisslose Platte, das Werk einer Band, die ihre Ästhetik gemeistert hat und sie durchaus weiter bis in ihre äußersten Grenzen treiben könnte, ohne je die Radikalität zu verraten, die ihre ganze Identität ausmacht.