Erschienen 1998, etabliert For Those Who Were Crucified All Out War als eine der kompromisslosesten Bands des metallischen Hardcore der amerikanischen Ostküste. Aus dem Hudson Valley im Bundesstaat New York stammend, verbirgt die Formation nie ihre Metal Verankerung, und dieser erste große diskografische Meilenstein beweist es auf Schritt und Tritt. Hier löst sich die Grenze zwischen Hardcore und Thrash in einer kompakten Klangmasse auf, zugeschnitten auf die Konfrontation. Aufgenommen am Ende der neunziger Jahre, fängt es eine Szene in vollem Gären ein, in der Hardcore und Metal aufhören, sich misstrauisch zu beäugen, und zu einer einzigen kompakten, bedrohlichen Klangmasse verschmelzen.
Die Schärfe des Thrash
Was zuerst auffällt, ist die Schnelligkeit der Gitarren. Die Riffs borgen offen vom schnellsten Thrash, mit raschen Sequenzen, finsteren Harmonics und einer Ausführungspräzision, die mit der üblichen Rauheit des Hardcore kontrastiert. Die Band verzichtet deshalb nicht auf Breakdowns, sondern fügt sie in einen nervöseren Fluss ein, in dem sich Geschwindigkeit und Gewicht ohne Leerlauf ablösen. Diese Doppelnatur verleiht der Platte eine ständig gespannte Energie.
Eine bekannte Finsternis
Die allgemeine Stimmung ist dunkel, fast martialisch. Der Gesang, rau und knurrend, trägt Texte, die von Zorn, Verrat und Kampf durchzogen sind, ohne je der Bequemlichkeit nachzugeben. Man spürt einen Ernst, der über die bloße Pose hinausgeht, den Willen, die Musik zu einer kathartischen Entladung zu machen. Diese Intensität kann zuweilen monolithisch werden, und der unaufmerksame Hörer läuft Gefahr, eine gewisse Gleichförmigkeit wahrzunehmen, doch der klangliche Einsatz bleibt von Anfang bis Ende vollständig. Nichts wird hier als Verschnaufpause geboten, und die Band scheint aus dieser Unerbittlichkeit eine finstere Befriedigung zu ziehen.
Eine stille Säule
All Out War zielte nie auf das breite Publikum, und For Those Who Were Crucified bestätigt diese Radikalität. Die Platte bevorzugt die Beständigkeit der Wirkung gegenüber der Vielfalt der Atmosphären, auf Kosten von etwas Relief. Doch ihre Geschlossenheit ist ihre Stärke: Dies ist ein Album, das weiß, was es will, und sich ohne Umweg dazu bekennt, mit einer passenden, dichten und frontalen Produktion.
Mit der Zeit wurde dieses Album zu einer Referenz für die Freunde der Kreuzung von Metal und Hardcore, ein wichtiges Glied in der Genealogie des Genres. Es mag nicht die Anerkennung mancher exponierterer Klassiker haben, doch es nährte Berufungen und inspirierte Bands, die die Formel noch weiter trieben. Für jeden, der schweren, schnellen, kompromisslosen Hardcore liebt, bleibt diese Platte eine sichere Bank, ein raues Zeugnis einer Zeit, in der das Extreme neue Grenzen suchte. Man muss diese Form der Radikalität lieben, um sie voll zu würdigen, diese Art, den Griff nie zu lockern. Doch für jeden, der bereit ist einzutauchen, bietet die Platte eine Erfahrung von seltener Intensität, eine fortwährende Wucht, die weder Pause noch Zugeständnis kennt und die die nachfolgende Szene dauerhaft geprägt hat.





