Cause for Alarm, 1986 erschienen, ist das zweite Album von Agnostic Front und eines der meistdiskutierten Dokumente des New Yorker Hardcore. Wo Victim in Pain noch in trockenem, direktem Hardcore verwurzelt blieb, reisst diese Platte die Tur zum Metal weit auf und weist geradewegs auf die Crossover-Welle voraus, die das Ende des Jahrzehnts pragen sollte. Die Tempi bleiben nervos, doch die Gitarren gewinnen an Dichte und Prazision, und das Ganze klingt deutlich schwerer als alles Fruhere. Roger Miret liefert einen wutenden, angespannten Gesang, getragen von einer hart zuschlagenden Rhythmusgruppe. Ein kurzes Album, in wenigen Minuten vorbei, aber dicht.

Die Wende zum Crossover

Die Annaherung an den Thrash wird hier offen vollzogen. Die Riffs borgen sich vom entstehenden Metal der Zeit, die Breaks werden technischer, und die kraftigere Produktion lasst den Gitarren Raum. Dieser Wandel spaltete damals einen Teil des Hardcore-Publikums, ebnete aber auch einen Weg, dem spater Dutzende Bands folgten.

Texte, die anecken

Cause for Alarm ist bis heute fur seine direkten Texte bekannt, von denen einige fur Kontroversen sorgten, besonders bei sozialen Fragen. Die Platte sucht keinen Konsens, sie schleudert rohen Zorn heraus, mit einer Aufrichtigkeit, die manchmal unbeholfen, aber nie geheuchelt wirkt. Auch das verleiht ihr dokumentarisches Gewicht.

Eine Scharnierplatte

Jenseits der Debatten hat das Album echte historische Bedeutung. Es halt den Moment fest, in dem sich der New Yorker Hardcore nicht mehr als blosse Verlangerung des Punk versteht, sondern nach einer neuen Schwere greift. Die ehrgeizigeren Kompositionen kunden von der weiteren Laufbahn der Band.

Heute gehort, bewahrt Cause for Alarm eine rohe Energie, die nicht gealtert ist. Es ist vielleicht nicht das gefalligste Album von Agnostic Front, aber sicher eines der entscheidendsten, ein Markstein, der die Landkarte des amerikanischen Hardcore neu zeichnen half.