No Time to Waste atmet die Dringlichkeit von Veteranen, die keine Minute mehr an Skrupel zu verlieren haben. Weit davon entfernt, sich in der Bequemlichkeit einzurichten, beschleunigt No Turning Back, als wüsste es, dass das beste Mittel, um zu überdauern, darin besteht, nie langsamer zu werden. Die Platte ist gedrängt, direkt, kampfbegierig, und sie verwandelt diese Ungeduld in eine besonders ansteckende Energie. Es ist der Klang einer Band, die sich nach Jahren des Dienstes weigert, den Fuß vom Gas zu nehmen, und lieber losprescht, solange sie die Kraft dazu hat, mit dem ungebrochenen Appetit der großen Anfänge.

Keine Minute zu verlieren

Das Anliegen haftet am Titel: jetzt handeln, nicht auf morgen verschieben, den Augenblick ergreifen. Die Texte pflegen diese Philosophie der Gegenwart, jene Verweigerung des Aufschiebens, die auch eine Art ist, im Kopf jung zu bleiben. Es liegt etwas Belebendes in diesem Beharren auf dem Losstürmen, eine willkommene Erinnerung daran, dass Energie zuerst eine Entscheidung ist, bevor sie eine Frage des Alters ist. No Turning Back verwandelt diese Dringlichkeit in ein Credo und macht aus jedem Stück eine Aufforderung, die verstreichende Zeit nicht zu verschwenden, voll und ohne Warten zu leben.

Reisegeschwindigkeit

Musikalisch gibt die Band Vollgas. Die schnellen Tempi dominieren deutlich, die Stücke reihen sich ohne Leerlauf aneinander, und das Ganze zieht mit einer für eine so schwere Musik unerwarteten Leichtigkeit dahin. Diese Flüssigkeit geht nicht auf Kosten der Wucht: die Gitarren beißen noch immer ebenso, doch sie scheinen an Beweglichkeit gewonnen zu haben. No Turning Back spielt kurz und schnell, und das gelingt ihm. Die Platte fährt wie ein mit voller Geschwindigkeit gestarteter Zug, ohne je den Eindruck zu erwecken, zu ermüden oder die Kontrolle über die eigene Beschleunigung zu verlieren.

Der Hunger ungebrochen

Was ins Ohr springt, ist der Appetit. Nichts an dieser Platte verrät eine Band, die sich damit begnügen würde, den Laden am Laufen zu halten. Im Gegenteil, No Time to Waste klingt wie ein Aufleben, ein Luftzug, der einer Formel, die man erstarrt glauben konnte, wieder Schärfe verleiht. Der Beweis, dass diese Musiker noch etwas zu sagen haben, und vor allem die Lust, es schnell und laut zu schreien. Diese wiedergefundene Vitalität, dieser Hunger, der nicht nachlässt, macht das Album zu einem der belebendsten der Reifezeit der Band.

No Time to Waste ist eine der lebendigsten Platten der Reifezeit der Band. Es revolutioniert nichts, aber es elektrisiert die Routine, und das ist schon viel. Für alle, die den schnellen, offenen und geradlinigen Hardcore lieben, ist es eine stärkende Auffrischung: No Turning Back hat nicht nur überlebt, es hat jene Dringlichkeit ungebrochen bewahrt, die den ganzen Unterschied zwischen Durchhalten und Leben ausmacht. Eine Platte, die schneller läuft als die Zeit, getragen von einer Energie, die die Jahre nicht angetastet haben.