Bevor es seine industrielle Asthetik verfeinerte, setzte sich Harm’s Way zunachst durch rohe Kraft durch. Isolation, 2011 erschienen, zeigt die Band aus Chicago in einer direkteren und organischeren Version ihres metallischen Hardcore. Diese Platte bevorzugt frontale Schwere und unmittelbare Wucht und legt die Grundlagen einer Identitat, die sich spater mit mehr Nuance und Textur behaupten wird.
Eine Brutalitat ohne Umweg
Hier ist alles eine Frage von Gewicht und Spannung. Die Riffs sind dick, die Breakdowns fallen mit unerbittlicher Schwere, und der tiefe Gesang setzt eine standige Drohung durch. Die Produktion, rauer als auf den spateren Platten, passt zu dieser Absicht purer Brutalitat. Harm’s Way sucht noch keine komplexen Atmospharen: Die Band geht geradewegs zur Sache, mit einer Effizienz, die keinen Raum fur Uberflussiges lasst.
Isolation als Thema
Der Titel des Albums sagt alles. Isolation erkundet den Ruckzug, die Einsamkeit und die daraus folgende Wut, in einem dunklen und introspektiven Register. Diese personliche Dimension verleiht der Platte eine zusatzliche Intensitat, fern der blossen Pose. Man spurt eine von Frustration genahrte Wut, den Wunsch, ein Unbehagen durch klangliche Gewalt auszustossen. Es ist ein Hardcore des Abreagierens ebenso wie des Ausdrucks.
Eine noch im Bau befindliche Formel
Gemessen an den kommenden Alben erscheint Isolation als eine Etappe, solide, aber weniger ausgereift. Die Band hat die industriellen Elemente, die ihre Originalitat ausmachen werden, noch nicht integriert, und das Ganze bleibt in einem klassischeren Register des Metallic Hardcore. Manchen Passagen fehlt es an Relief, und Abwechslung ist nicht die erste Qualitat der Platte. Doch die rohe Energie macht diese Jugendgrenzen reichlich wett.
Am Ende ist Isolation eine wichtige Platte, um den Werdegang von Harm’s Way zu verstehen. Weniger raffiniert als ihre Nachfolger, bleibt sie dennoch ein schweres, aufrichtiges und im Konzert furchterregend wirksames Objekt. Sie bietet das schlichte Vergnugen eines massiven Hardcore ohne Schnorkel, getragen von einer spurbaren Uberzeugung. Eine schone Visitenkarte fur eine Band, die ihr letztes Wort noch nicht gesprochen hatte.








