The Link Alive, erschienen 2004, ist weit mehr als ein bloßes erstes Live-Dokument von Gojira: es ist eine jener Konzertaufnahmen, die eine Band im Reinzustand einfangen, bevor die Legende geschrieben wird. Im Gefolge von The Link festgehalten, gibt es die glühende Energie einer Formation wieder, die ihrem Publikum noch nahe ist und mit der Wut und der Frische derer spielt, die nichts zu verlieren und alles zu beweisen haben. Fern der kommenden großen Säle, hat man hier ein brennendes Zeugnis der Ursprünge, eines jener, die man Jahre später mit ungebrochenem Schauer wieder hört. Ein Kult-Livealbum, ganz einfach.

An den Wurzeln des Monsters

Zu jener Zeit trägt Gojira noch die Male seiner Anfänge unter dem Namen Godzilla, zwischen technischem Death Metal und progressiven Experimenten. The Link, 2003 erschienen, hatte eine Persönlichkeit behauptet, eine ganz eigene Art, Schwere, Spiritualität und Suche zu verbinden. Dieses Live vervielfacht deren Wucht: die Stücke gewinnen an Schärfe, an Dringlichkeit, vom Studiofirnis befreit und von einer Intensität in jedem Augenblick getragen. Man spürt eine hungrige, beseelte Band, deren Meisterschaft schon verblüfft. Es ist das Porträt eines werdenden Monsters, im genauen Augenblick eingefangen, in dem es sich seiner Kraft voll bewusst wird.

Der Schweiß und die Wahrheit

Was dieses Dokument so kostbar macht, ist sein völliges Fehlen von Kalkül. Kein Kunstgriff, keine grandiose Inszenierung: nur vier Musiker und ihre Musik, in der Schwüle von Bühnen menschlichen Maßes. Die herrlich rohe Aufnahme macht die Aufrichtigkeit des Augenblicks greifbar. Man hört darauf die Körnung, den Schweiß, das Adrenalin, alles, was das Salz eines großen Metal-Konzerts ausmacht. Es liegt in dieser Nähe eine Emotion, die geschliffene Aufnahmen nie wiederfinden werden: jene des Feuers, das fängt, des Moments, in dem noch alles möglich ist. Es ist Live, wie man es liebt, viszeral und wahr.

Ein Kult-Livealbum

The Link Alive setzt sich als eines der großen Live-Dokumente des französischen Metal durch, eines jener, die man hegt und zu denen man unablässig zurückkehrt. Es lässt verstehen, woher die Bestie kommt, wie sich jene Identität geschmiedet hat, die bald den Planeten erobern sollte. Die ökologischen und spirituellen Themen, schon präsent, klingen darauf mit einer ansteckenden Inbrunst. Seine rohe Wucht, seine entwaffnende Aufrichtigkeit und seine unerschöpfliche Energie machen es zu einem wesentlichen Stück, weit mehr als ein bloßes Archiv: eine lebendige Platte, die atmet, die zuschlägt und die keine Falte ansetzt.

The Link Alive heute wieder zu hören heißt, die Flamme einer den Gipfeln versprochenen Band ungebrochen wiederzufinden, im magischen Augenblick eingefangen, in dem sie umkippt. Dieses Live trägt im Keim alles, was Gojira werden wird, die Wucht, den Anspruch, die Aufrichtigkeit, aber es besitzt vor allem eine Sache, die nichts ersetzt: die glühende Authentizität der Anfänge. Für die Anhänger des Quartetts wie für die Liebhaber des französischen Metal ist es ein unbedingt zu hegendes Dokument, der aufgenommene Beweis, dass die schönsten Laufbahnen von ihren ersten Schritten an unauslöschliche Spuren hinterlassen. Ein Gipfel des Genres.