Es liegt in Not Through Blood, erschienen 2022, eine Intensität, die nicht täuscht. Pain of Truth, eine Formation aus Long Island und Erbin der großen Tradition des New Yorker Hardcore, liefert hier eine dichte, dunkle und entschlossene Platte. Die Band spielt nicht die Karte der Nuance: Sie bekennt sich voll zu einer schweren, fast erstickenden Ästhetik, in der jedes Riff geschnitten scheint, um alles zu zermalmen, was ihm im Weg steht.

Schwere als Sprache

Was diese Platte zuerst bestimmt, ist ihre klangliche Masse. Die Gitarren sind tief gestimmt, sehr tief, und entfalten dicke Riffs, die ebenso vom Hardcore wie von den härtesten Rändern des Metal borgen. Die Produktion, dick und grollend, hüllt den Hörer in eine fast unterirdische Atmosphäre. Man denkt an die Formationen, die an der amerikanischen Ostküste die Schwere zu einer wahren Philosophie machten. Jeder Song schreitet voran wie ein Block, mit einer Schwere, die der Leichtigkeit wenig Raum lässt. Diese Schwere ist nie grundlos: Sie meißelt ein bedrückendes, fast filmisches Klima, in dem der Hörer sich von der Klangmaterie physisch umhüllt fühlt, statt bloß von ihr gestoßen zu werden, und darin liegt ein guter Teil ihrer Wirkung.

Eine kanalisierte Wut

Der Gesang, guttural und wütend, verkörpert diese Ästhetik vollkommen. Die Texte beschwören Loyalität, Verrat, Kampf, Überleben in einer als feindlich empfundenen Welt, wiederkehrende Themen eines Genres, das seine Kraft aus dem Erlebten und dem Zugehörigkeitsgefühl schöpft. Weit von grundloser Pose entfernt, scheint Pain of Truth an das zu glauben, was sie ausdrückt, und diese Überzeugung durchzieht die Platte von Anfang bis Ende. Die Breakdowns, zahlreich und unerbittlich, sind nie zur Zurschaustellung da: Sie dienen einer Absicht, die Wut in Bewegung zu verwandeln.

Zwischen Wirksamkeit und Wiederholung

Dieser Ansatz hat seine Kehrseiten. Durch das Bevorzugen von Aufprall und Schwere fehlt dem Album mitunter der Kontrast, und das Ohr kann einer Intensität müde werden, die kaum variiert. Manche Passagen, einander sehr nah, hätten von stärkerer Differenzierung profitiert. Doch man spürt, dass nicht Ideenmangel diese Homogenität erklärt, sondern eine bewusste ästhetische Wahl: die der Beständigkeit und des dauerhaften Drucks statt der Überraschung. Ein wenig mehr Luft zwischen den Angriffen, ein paar kargere oder langsamere Passagen hätten kostbare Kontrastpunkte geboten und die folgenden Detonationen im Vergleich noch verheerender wirken lassen.

Am Ende behauptet sich Not Through Blood als solide und aufrichtige Platte, repräsentativ für eine zeitgenössische Hardcore-Szene, die nichts von ihrer Kraft eingebüßt hat. Sie wird Freunde massiver Klänge und verheerender Breakdowns begeistern und bestätigt den Platz von Pain of Truth unter den Formationen, die in dieser Landschaft zählen. Man hätte sich etwas mehr Abwechslung gewünscht, doch die Ehrlichkeit und Energie der Aussage überzeugen am Ende. Es ist ein Album, das hart zuschlägt, das nicht schummelt und das bei jenen, die diese Form kontrollierter Gewalt zu schätzen wissen, einen bleibenden Abdruck hinterlässt.