Holding On trägt seinen Namen zu Recht: durchhalten, nicht loslassen, treu bleiben. In diesem Stadium ihres Weges haben die Niederländer längst alles über ihr Credo gesagt, und doch finden sie einen Weg, es mit Überzeugung zu wiederholen. Diese Platte ist die einer Band, die die Bequemlichkeit des Fassadenwechsels ablehnt und im Gegenteil ihre Beständigkeit voll als eigenständigen Wert annimmt. In einer Szene, die unaufhörlich der Neuheit hinterherläuft, hat diese Beharrlichkeit etwas Erfrischendes, beinahe Tröstliches. No Turning Back weiß, wer es ist, und hat nicht die geringste Absicht, sich zu ändern.
Durchhalten
Die zentrale Botschaft ist glasklar: aufrecht bleiben, wenn alles zum Nachgeben drängt. No Turning Back macht daraus ein klangliches Manifest, mit Refrains, geschaffen, um im Chor mitgesungen zu werden, und Strophen, die wie Parolen zuschlagen. Die Aufrichtigkeit ist total, und vielleicht ist es genau das, was diese Band von so vielen anderen unterscheidet: Man zweifelt keine Sekunde daran, dass sie an das glaubt, was sie singt. Diese unerschütterliche Überzeugung verwandelt jedes Stück in ein aus tiefstem Herzen gebrülltes Glaubensbekenntnis.
Die Formel, geschärft
Musikalisch ist das Rezept bekannt, aber es wird hier mit einer bemerkenswerten Sauberkeit der Ausführung serviert. Die Band spielt schnell und präzise, ohne je den Eindruck zu erwecken, sich zu verausgaben. Diese entspannte Souveränität ist das Vorrecht der Formationen, die mehr Zeit auf der Bühne als im Proberaum verbracht haben, die ihr Handwerk auswendig kennen und es mit verblüffender Selbstverständlichkeit ausüben. Nichts steht über, alles klingt richtig, mit der Selbstverständlichkeit tausendfach wiederholter Gesten.
Auf Posten geblieben
Was auffällt, ist die Kohärenz. Holding On hätte anders heißen können, es hätte immer noch nach reinstem No Turning Back geklungen. Diese unverrückbare Identität ist zugleich seine Grenze und seine Stärke: Man weiß genau, was einen erwartet, und man bekommt genau das, geliefert mit dem Ernst einer Band, die Integrität nie mit Stillstand verwechselt hat. Diese Treue zu sich selbst, in einem Genre, in dem sich so viele Bands beim Streben nach Wandel verlieren, nötigt Respekt ab und beruhigt die treuesten Fans.
Holding On wird niemanden überraschen, aber das ist nicht das Ziel: die Band zieht es vor, geduldig denselben Refrain zu wiederholen, statt zu jeder Saison ihren Diskurs zu wechseln. Ein Akt der Treue, ganz einfach, der eine Laufbahn von bemerkenswerter Geradlinigkeit fortsetzt, ohne je zu erlahmen.