Zwanzig Jahre nach Watching from a Distance, dem Nachttischalbum aller gebrochenen Doom-Herzen, holt Patrick Walker Warning aus dem Grab zurück — und die Presse fällt auf die Knie. 87/100 aus sieben Kritiken, bester Doom-Schnitt des Jahres. Kerrang! zückt die volle 5/5: Rituals of Shame „hält neben“ den Klassikern der Band „stand“, „stolz sein eigenes Ding“. Metal Hammer (9/10) begrüßt „die Rückkehr der Kult-Doom-Legenden aus Harlow“.
Der Konsens ist von seltener Einmütigkeit: niemand lässt eine langsame Gitarre so weinen wie Walker. Sputnikmusic (8.8) findet es „vollkommen verrückt, dass sie nach zwanzig Jahren mit einem Album dieses Ausmaßes zurückkehren“, und Angry Metal Guy (4/5) fasst die Funktion der Platte zusammen: „man hört Warning, um nachzudenken, sich zu reinigen, zu fühlen“. Eine zutiefst menschliche Platte über Scham, Trauer und verlorene Zeit, ohne ein Gramm Fett.
Die einzige gemäßigte Stimme, Spectrum Culture (72), räumt ein, es sei „eine so gelungene Rückkehr, wie man sie nach zwanzig Jahren erhoffen konnte“ — als Vorbehalt hat man Schlimmeres gesehen. Publikum bei 78/100: der einzige echte Vorwurf, den man Rituals of Shame machen kann, ist, dass es einen in Stücke reißt.

