Auf dem Papier ist alles bestens: 74/100 aus sechs Kritiken für Decades, mit einem entrückten Blabbermouth (9/10), das das Album « düsterer, größer und wagemutiger » findet, und einem Quartett aus Kerrang!, Metal Hammer, AllMusic und Distorted Sound, das sich bei 8/10 einreiht. Nur dass hinten im Saal Sputnikmusic eine 3/10 zückt und von einem « erstaunlich schwachen Gesamtqualitätsniveau » spricht. Stimmung.

Worüber sich die Presse einig ist, ist der bekennende Spaß. Kerrang! fasst zusammen: « Decades ist schlicht eine Feier all dessen, was sie am besten können », und würdigt eine Band, die es « liebt, von einem Genre zum anderen zu wechseln », es aber noch nie « so wirkungsvoll getan » habe. Metal Hammer meint, Chris Cerulli und seine Truppe « entkommen endlich dem Schatten ihrer Einflüsse ». Die Gäste erledigen die Arbeit: Corey Taylor auf « Playing God », Skylar Grey auf « R.I.P. » und ein « Afraid of the Dark », das Blabbermouth als « schwer, theatralisch und super süchtig machend » bezeichnet.

Der Haken ist das Publikum: 59/100 aus 641 Bewertungen, fünfzehn Punkte unter der Presse. Zwischen dem stilistischen Spagat, der die Kritiker entzückt und einen Teil der Fans ermüdet, und dem Sputnik-Trollen behält man das Wesentliche: ein sehr gut geführter gotischer Vergnügungspark, vorausgesetzt, man mag Achterbahnen. Wir korrigieren auf 7.