Die maskierten Portugiesen hatten ihren Kult auf einem kathartischen Post-Black errichtet; Loss verramscht ihn zugunsten klarer Refrains und beinahe Metalcore-artiger Strukturen — und das Schisma ist unmittelbar. Die Presse zieht mit, bei 74/100: Metal Hammer (80) spricht von einer « überwältigenden Verwandlung » für die « von Mystik umwobenen » Black-Metaller, Distorted Sound (8/10) billigt das Wagnis: « ein gewaltiger Vertrauensbeweis, aber vor allem ist ihnen die Landung geglückt ».

Das Publikum indes verzeiht nicht: 60/100, und Kommentarstränge, die weithin nach Verrat riechen. Sputnikmusic (3.8/5) kleidet die Frustration in höfliche Worte: Die Platte « macht sehr gut, was sie sich vornimmt », doch « man hätte sich gewünscht, dass das Black-Metal-Herz der Band ein wenig mehr durchscheint ». Kerrang! (3/5), zynischer, liest darin vor allem einen Karriereplan: Gaerea « strebt den Aufstieg in die erste Liga des Metal an ».

Genau darum geht die Debatte: Ehrgeiz oder Kalkül? Sicher ist, dass Loss die Platte ist, die aus Gaerea eine Festivalband mit großen Logos machen wird — und dass die Hälfte ihrer ersten Getreuen das vom hinteren Ende des Saals aus verfolgen wird, mit verschränkten Armen unter der Kapuze.