Mit Another Day Living in Hatred, erschienen 2001, setzt Angel Crew einen Pariser Hardcore ohne das geringste Zugeständnis durch. Auf Englisch singend, bekennt die Band von Anfang an Farbe: einen harten, direkten und schnörkellosen Hardcore, geprägt vom New Yorker Einfluss und einem vollauf beanspruchten Straßengeist. Dieses Debüt sucht nicht zu gefallen, es sucht zu schlagen, und es tut dies mit einer Offenheit, die sich von den Manieren vieler Bands jener Zeit abhebt. Man hat hier eine rohe, virile Platte vor sich, die ihre Kraft aus einer ungefilterten Authentizität und einer viszeralen Verbundenheit mit den Codes des Genres schöpft.

Der Pariser Straßen-Hardcore

Fern der Klischees schöpft Angel Crew aus dem rohesten Hardcore, jenem, der von der Straße und vom wirklichen Leben spricht statt von großen Abstraktionen. Die Stücke schlagen hart zu und zielen genau, ohne je über das Wesentliche hinaus gefallen zu wollen. In diesem Ansatz liegt eine fast dokumentarische Ehrlichkeit: die Band erzählt von ihrem Umfeld, ihren Zornausbrüchen und ihren Codes, mit einer Rauheit, die stets wahr klingt. Es ist ein Hardcore, verankert in einem konkreten Erlebten, fern der Posen, der seine ganze Glaubwürdigkeit aus dieser Nähe zum Alltag derer zieht, die ihn spielen.

Der New Yorker Einfluss

Man spürt bei der Band das Erbe des New Yorker Tough-Guy-Hardcore, mit seinen schweren Breakdowns, seinen zum Skandieren gedachten Gimmicks und seiner frontalen Haltung. Doch Angel Crew eignet es sich mit einer ganz französischen Überzeugung an, ohne je seine Vorbilder nachzuäffen. Der englische Gesang und die Wucht der Riffs könnten das Ohr täuschen, doch die Energie ist eben jene einer lokalen Szene, die sich in ihren eigenen Kellern aufgebaut hat. Diese Art, einen fremden Einfluss zu verdauen, um daraus etwas Eigenes zu machen, zeugt von einer echten Reife, selten für ein Erstwerk.

Ein solider Anfang

Dieses Debüt etabliert Angel Crew von Anfang an als einen der robustesten Namen der französischen Hardcore-Szene der frühen 2000er. Roh, aufrichtig und wirkungsvoll, trickst es nie und versucht nicht, größer zu erscheinen, als es ist. Dieses völlige Fehlen jeder Pose ist genau das, was ihm seine Kraft verleiht: man hat es mit einer Band zu tun, die spielt, was sie lebt, ungefiltert. Diese Geradlinigkeit, diese Treue zu sich selbst, wird zum Markenzeichen der Band, ein roter Faden, der ihre gesamte Diskografie durchzieht, ohne je zu reißen.

Another Day Living in Hatred ist keine Platte, die das Genre revolutioniert, und das ist auch nicht ihr Ziel. Sie besticht durch ihre Geradlinigkeit und ihre Dichte, durch diese Art, zum Wesentlichen zu gehen, ohne sich je zu verzetteln. Für alle, die sich für die Geschichte des französischen Hardcore interessieren, ist sie ein wichtiger Stein: der erste Wurf einer Band, die die Farben einer oft unterschätzten Szene hochzuhalten wusste und nie verleugnet hat, was sie war. Ein robuster Anfang, aus dem vollen Leben geschnitten, der die Grundlagen einer Laufbahn im Zeichen der Authentizität legt.