Aus der Szene der San Francisco Bay Area hervorgegangen, machten sich Sunami in kürzester Zeit einen Namen mit einem Beatdown-Hardcore, der so direkt wie furchteinflößend ist. Diese selbstbetitelte EP, 2019 erschienen, diente der Band als Visitenkarte und zirkulierte bald weit über die Underground-Kreise hinaus. In einer Handvoll Stücke legt die Formation das Fundament eines schnörkellosen Stils, geschaffen für die bewegte Menge, in dem die Schwere jede andere Erwägung überwiegt. Die Botschaft ist einfach: hart zuschlagen und schnell zuschlagen.
Gewicht über allem
Die Stärke dieser Platte liegt in ihrer Absage an die Komplexität. Die Riffs sind zum Hämmern gedacht, die Breakdowns kommen mit unerbittlicher Regelmäßigkeit, und die Band versucht nie, ihre Absichten zu verbergen. Man spürt den Einfluss einer langen Tradition schweren Hardcores, aber auch eine Energie, die dieser neuen Generation kalifornischer Bands eigen ist, die den Stil wieder in Mode brachten. Die Produktion stellt alles ohne Umwege in den Vordergrund, mit einem dicken Bass und einem knallenden Schlagzeug, und bietet ein frontales, unverblümtes Erlebnis. Hinter dieser scheinbaren Einfachheit ahnt man ein echtes Können, jenes von Bands, die Jahrzehnte schweren Hardcores gehört und verdaut haben. Jeder Riff scheint darauf angelegt, eine sofortige körperliche Reaktion auszulösen, und selten sind die Momente, in denen die Aufmerksamkeit nachlässt oder der Druck auch nur für einen Takt nachgibt.
Eine Haltung, die trifft
Jenseits der Musik ist es eine Haltung, die aus diesen Stücken hervorgeht. Der Gesang, zornig und provokativ, verkörpert eine kompromisslose Geisteshaltung, die einen ganzen Teil des Publikums für sich gewann. Die Texte kreisen um Loyalität, die Straße und die Ablehnung des Scheins, in einer dem Genre vertrauten Ader, doch hier mit einer ansteckenden Überzeugung getragen. Diese rohe, fast jugendliche Aufrichtigkeit trägt stark zum Reiz der Platte bei und erklärt die Inbrunst, die sie live auslöste.
Die Grenzen des Formats
Es wäre unredlich, diese Platte als Revolution zu präsentieren. Der Beatdown bleibt ein kodifizierter Stil, und Sunami rütteln nicht an seinen Regeln: Man findet die erwarteten Figuren, die abgesteckten Strukturen und eine gewisse Wiederholung, die dem Genre nicht vertraute Hörer ermüden mag. Doch darum geht es nicht. Die Band steht voll zu ihrer Herkunft und liefert ein wirkungsvolles, ehrliches Objekt, das genau den Vertrag erfüllt, den es sich setzt. Mehr Abwechslung zu verlangen hieße, sein Wesen selbst zu verfehlen.
Letztlich funktioniert diese selbstbetitelte EP als perfekt beherrschte Absichtserklärung. Sie richtet sich nicht an jene, die Nuance suchen, sondern an jene, die einen sofortigen, kompromisslosen Schlag wollen. Sunami behaupten hier eine starke Identität und legen den Grundstein für eine Laufbahn, die die kommenden Jahre bestätigen würden. Für einen ersten Anlauf ist es bereits ein Erfolg: brutal, schlüssig und für die Bühne gebaut, fasst diese Platte für sich allein zusammen, was der moderne Beatdown an Viszeralstem zu bieten hat.





