2017 veröffentlicht, katapultierte Forever Code Orange an die Spitze der extremen Hardcore-Szene. Die Band aus Pittsburgh entfaltet hier eine radikale Vision und mischt metallischen Hardcore, industrielle Texturen und brutale Brüche in einer Platte, die zugleich gewalttätig und seltsam hypnotisch ist. Getrieben von Schlagzeuger und Sänger Jami Morgan und Gitarristin Reba Meyers, setzt das Album eine eigenwillige Klangidentität durch, die die Codes des Genres durcheinanderwirbelt und die Ankunft einer Band ankündigt, die nach niemandem sonst klingen will, selbst um den Preis, den Hörer zu verstören.

Eine durchkonstruierte Gewalt

Was sofort auffällt, ist die kalkulierte Brutalität der Kompositionen. Die Riffs fallen wie Blöcke, die Rhythmusgruppe hämmert ohne Unterlass, doch das Ganze ist von Glitches, jähen Stillen und elektronischen Texturen durchzogen, die den Hörer aus dem Gleichgewicht bringen. Diese Ästhetik des Schocks, in der der Song mitunter zu stocken oder zu erstarren scheint, erzeugt eine dauernde Spannung und verleiht der Platte eine beunruhigende Modernität. Die dichte, abrasive Produktion spielt eine zentrale Rolle: Sie bekennt sich zu Sättigung, Brüchen und Verzerrungen als vollwertigen Elementen der Sprache und verwandelt das Studio in ein Instrument.

Zwischen Aggression und unterirdischer Melodie

Weit davon entfernt, sich auf den Schlag zu beschränken, lässt Forever Raum für atmosphärischere Momente, getragen besonders von der Stimme Reba Meyers, deren melodischere Passagen einen packenden Kontrast zur umgebenden Gewalt bieten. Diese Dualität bereichert die Aussage und fügt einer Platte, die sich mit dem Betäuben hätte begnügen können, eine beinahe filmische Dimension hinzu. Die Band bewegt sich zwischen den Extremen mit bemerkenswerter Beherrschung, verweigert den Komfort und gibt Forever eine einzigartige Textur, zugleich eiskalt und faszinierend, die wiederholtes Hören mit ihrem Detailreichtum und ihren dunklen Zonen belohnt.

Eine Platte des Bruchs

Forever markierte einen Wendepunkt, sowohl für die Band als auch für die Hardcore-Szene. Indem Code Orange es wagte, industrielle Einflüsse und einen experimentellen Ansatz einzuflechten, verschob die Band die Grenzen des Genres und ebnete den Weg für eine neue Generation von Bands, die weniger an Konventionen hängen. Dieses Album trug zudem dazu bei, die Band weit über ihren anfänglichen Kreis hinaus bekannt zu machen und ein breiteres, neugierigeres Publikum zu erreichen. Diese Anerkennung, selten für eine so kompromisslose Musik, zeugt von der Kraft eines Entwurfs, der seine Eigenart ohne Zugeständnisse durchzusetzen vermochte.

Am Ende behauptet sich Forever als kühnes und geschlossenes Werk, das rohe Aggression und künstlerische Vision verbindet. Seine Fähigkeit zu überraschen, zu verstören und zu fesseln macht es zu einer prägenden Platte, kennzeichnend für eine Band, die den bequemen Weg verweigert und beständig nach Neuerfindung sucht. Wer einen Hardcore liebt, der aufrüttelt und hinterfragt, findet in Forever weiter ein intensives und eigenwilliges Erlebnis, einen der großen Meilensteine der Szene der 2010er. Eine fordernde Platte, die niemanden gleichgültig lässt und deren Kühnheit weiter viele heutige Formationen inspiriert.