Mit Splitting Headache legt Down to Nothing 2004 die Grundlagen seines Rufs: ein schneller, direkter und energiegeladener Hardcore, direkt aus Richmond, Virginia. Dieser Erstling verliert keine Sekunde mit Umschweifen, er prescht los, getragen von einem jugendlichen Ungestüm und einer aufrichtigen Verbundenheit mit den Straight-Edge-Werten. Die Stücke sind kurz, nervös, vor allem für die Bühne gedacht, mit jener charakteristischen Dringlichkeit der Bands, die in den Kellern und Untergeschossen der amerikanischen Hardcore-Szene aufgewachsen sind. Es ist ein roher, ehrlicher Anfang, der geradewegs zum Ziel geht, ohne je anders beeindrucken zu wollen als durch seine Aufrichtigkeit.
Die Geschwindigkeit vor allem
Was sofort auffällt, ist die Schnelligkeit. Down to Nothing spielt schnell, sehr schnell, und reiht die kurzen Stücke wie Salven aneinander. Diese Zeitökonomie ist kein Fehler, sie ist eine Handschrift: die Band bevorzugt die unmittelbare Wucht, die Entladung roher Energie statt komplexer Entwicklungen. Die Riffs sind einfach und wirksam, die Refrains zum unisono Mitgrölen gemacht, und das Ganze strahlt eine ansteckende Vitalität aus. Es ist ein Hardcore zum Austoben, dazu gedacht, die Körper in Bewegung zu setzen und eine Gemeinschaft um dieselbe Energie zu schweißen.
Der Straight-Edge-Geist
Im Herzen der Platte finden sich die Werte wieder, die die Band beseelen: die Geradlinigkeit, die Positivität, die Verbundenheit mit dem Straight Edge und der Szene. Die Texte feiern die Freundschaft, die Loyalität und die Verweigerung von Kompromissen, mit einer entwaffnenden Aufrichtigkeit. Down to Nothing sucht nicht, sein Anliegen zu intellektualisieren, es lebt und schreit es und verwandelt seine Überzeugungen in musikalischen Treibstoff. Diese Ehrlichkeit, dieses völlige Fehlen jeder Pose, ist genau das, was die Band liebenswert macht. Man spürt junge Leute, die an das glauben, was sie tun, ohne Hintergedanken.
Der erste Wurf
Splitting Headache ist noch ein wenig roh, doch es enthält bereits die gesamte DNA der Band: die Geschwindigkeit, die Energie, die kämpferische Positivität. Down to Nothing behauptet darauf eine klare Identität, jene eines schnellen und aufrichtigen Hardcore, in der Tradition verankert und zugleich vor einer ganz eigenen Frische überbordend. Dieser Erstling ist nicht der rundeste der Diskografie, doch er legt ihre Grundlagen mit einer Überzeugung, die nicht trügt. Es ist der Ausgangspunkt einer Laufbahn im Zeichen der Energie und der Treue zu sich selbst.
Splitting Headache ist ein lebendiger, aufrichtiger Erstling, der Down to Nothing als vielversprechenden Namen des Straight-Edge-Hardcore der frühen 2000er etabliert. Schnell, direkt und vor Vitalität überbordend, trickst er nie mit seiner Energie. Für alle, die den Hardcore lieben, der schnell geht und richtig trifft, ist er eine erfreuliche Entdeckung, die erste Attacke einer Band, die danach unablässig ihre Formel verfeinern wird, ohne je dieses anfängliche Ungestüm noch die es tragenden Werte zu verleugnen.