Mitte der Neunziger legen in Sacramento vier Kids, großgezogen mit Hardcore, Metal und New Wave, mit Adrenaline das Fundament für das, was zu einer der eigenwilligsten Bands ihrer Generation werden sollte. Man steckt dieses Debüt zu schnell in die Schublade „Nu Metal“: stimmt, es hat die Codes (heruntergestimmte Riffs, jugendliche Wut, die raue Produktion von Terry Date), doch man hört schon etwas anderes heraus.

Dieses Andere, das ist Chino Moreno. Seine Stimme wechselt ohne Vorwarnung vom Flüstern zum Schrei und bringt Melancholie dorthin, wo das Genre sich mit Zorn begnügte. „Bored“, „7 Words“ oder „Engine No. 9“ schlagen hart zu, lassen aber auch eine Spannung, einen Riss durchscheinen, der nur ihnen gehört.

Dem Album fehlt noch die atmosphärische Tiefe der kommenden Meisterwerke. Es ist monolithisch, mitunter repetitiv, gefangen in seiner Zeit. Doch es strotzt vor einer Energie und einer Ehrlichkeit, die Respekt abnötigen, und macht schon deutlich: Deftones wird nie eine Band wie jede andere sein.

Fazit: 7. Ein wütender, liebenswerter erster Wurf, in dem der Diamant noch im Rohgestein steckt. Wieder anzuhören, um zu ermessen, wo sie einmal angefangen haben.