Mit It All Comes Down to This legt Bane 1999 den ersten Stein dessen, was zu einer der angesehensten Diskografien des amerikanischen melodischen Hardcore werden wird. Aus Massachusetts kommend und vom geschundenen Gesang Aaron Bedards angeführt, behauptet die Band von Anfang an eine eigene Identität: ein aufrichtiger, emotionaler und positiver Hardcore, Erbe der Szene von Boston und New York, aber schon mit einer eigenen Stimme. Dieses erste Album sucht nicht die technische Leistung, es zielt auf das Herz, und es trifft von den ersten Sekunden an ins Schwarze, mit einer Dringlichkeit, die nie nachlassen wird.

Das Herz vor der Technik

Was sofort auffällt, ist die emotionale Dringlichkeit. Bane spielt nicht, um zu beeindrucken, sondern um sich zu entleeren, um etwas Wahres zu sagen. Die Stücke wechseln zwischen schnellen Attacken und Refrains, die man im Chor mitsingt, getragen von einer Überzeugung, die nie nachlässt. Bedards Gesang, rau und beseelt, verwandelt jedes Wort in einen Herzensschrei. Man spürt eine Band, die alles auf den Tisch legt, auf der Bühne wie auf Platte. Nichts ist geheuchelt, alles atmet die vollkommenste Authentizität.

Die Schule von Boston

Musikalisch synthetisiert Bane das Erbe des Hardcore der Ostküste: das Tempo und die Attitüde von New York, die Melodie und die Emotion der Straight-Edge-Szene von Boston. Die Riffs sind direkt, die Tempi nervös, doch die Struktur lässt stets Raum für weitere, beinahe hymnische Momente. Diese Fähigkeit, Brutalität und Melodie zu vermählen, ohne je die eine der anderen zu opfern, ist schon da, noch roh, aber voll erkennbar. Es ist das Fundament eines Stils, den die Band in den folgenden Jahren perfektionieren wird, ohne ihn je zu verleugnen.

Ein gehaltenes Versprechen

Im Rückblick klingt dieses erste Album wie eine Absichtserklärung, die danach vollkommen eingelöst wurde. Alles, was die Größe von Bane ausmachen wird, ist im Keim vorhanden: die absolute Aufrichtigkeit, der Sinn für die Gemeinschaft, die Energie der Bühne und jene Überzeugung, dass Hardcore vor allem eine Sache des Herzens ist. Die Platte hat nicht die Reife von Give Blood, doch sie trägt bereits ihre ganze Seele in sich, mit der Frische der Anfänge und jenem intakten Glauben, der den besten Debüts ihren unersetzlichen Reiz verleiht.

Diese ansteckende Energie reißt das Publikum mit. Für alle, die verstehen wollen, woher eine der beliebtesten Bands der Szene kommt, ist es der offenkundige Ausgangspunkt, dort, wo tatsächlich alles begann.