Toulouse, Sub Pop und eine nahezu makellose Bilanz: Fantasia steht bei 80/100 auf Album of the Year, aggregiert aus zehn Kritiken, mit einem Publikum, das bei 75 mitzieht. Distorted Sound zückt die volle 10/10, Metal Hammer und Louder Than War vergeben eine 9, und man muss bis zu Record Collector (6/10) hinabsteigen, um einen Ansatz von Vorbehalt zu finden. Für ein französisches Space-Rock-Trio beim Label von Nirvana hat man schon schlechtere Zeugnisse gesehen.

Worauf sich alle einigen: die Disziplin. Nach dem tentakelhaften Ilion strafft SLIFT auf Stücke von fünf bis sieben Minuten, rund um das Konzept eines Umherirrenden, der in einer feindseligen Stadt Zuflucht sucht – Fremdenfeindlichkeit, ökologischer Zusammenbruch, Entfremdung. PopMatters (8/10) spricht von „einem kleinen Triumph künstlerischer Disziplin », dem Album, auf dem „die vielen Stärken von SLIFT endlich eingewilligt haben, im selben Raum zu sein ». Distorted Sound nennt „The Village » als Höhepunkt – „fünf so perfekte Minuten, wie man sie erleben kann » – und lobt den Mix von Kurt Ballou, „einen riesigen und dennoch völlig organischen Sound ».

Was spaltet? Fast nichts, und genau das ist das Frappierendste: keine einzige negative Note im Aggregat, nur Abstufungen der Begeisterung. Man kann darüber mäkeln, dass das Publikum etwas weniger hingerissen ist als die Presse, doch das Urteil ist glasklar: Die aufregendste Band der französischen Heavy-Szene hat ihre kontrollierteste Platte abgeliefert. 8/10, ohne zu zittern.