Niemand hatte es kommen sehen: zehn Jahre nach Fires Within Fires und dem Weggang von Scott Kelly aufersteht Neurosis mit Aaron Turner (Isis, Sumac) am Mikrofon — und liefert das bestbewertete Metal-Album des Jahres 2026 ab, eine 89/100 aus neun Kritiken. Sputnikmusic und Distorted Sound zücken die Höchstnote, Letztere spricht von einer Platte, die « noch wuchtiger ist als zuvor »; Blabbermouth (9/10) verortet es rundheraus als « ihr bestes Werk seit A Sun That Never Sets ».
Der Konsens ist erdrückend: die Transplantation Turner gelingt, sein frontaler Gesang antwortet dem von Steve Von Till, und die Platte durchmisst das gesamte Spektrum der Band — von der industriellen Brutalität der Anfänge bis zu den siebzehn abschließenden Minuten von « Last Light », überall als Höhepunkt genannt. « We’ve forgotten how to live, so we suffer », wirft der Opener « We Are Torn Wide Open » hin: der Ton ist gesetzt.
Die Abweichungen? Kosmetisch. Pitchfork (8.3) und Uncut (8/10) sind schlicht die am wenigsten Ekstatischen in einem einhelligen Feld, und das Publikum (79/100 aus über 3 600 Bewertungen) folgt, ohne sich zu sträuben. Dreißig Jahre nach Through Silver In Blood besteigen die Chefs des Post-Metal ihren Thron wieder, als hätte niemand gewagt, sich darauf zu setzen.



