Noch kein Kritik-Aggregat auf Album of the Year für Nous, le venin — nur ein Publikumsscore von 77 aus 28 Bewertungen — doch die Fachpresse hat ihr Urteil bereits gefällt, und es ist eindeutig. Metal Storm vergibt eine 8.3/10 und spricht von « einem monumentalen Schritt gegenüber dem Vorgängeralbum »; auf französischer Seite verfassen Among The Living und Hardforce zwei Rezensionen ohne Note, aber ohne den geringsten Vorbehalt. Für das zweite Album der bei Pelagic unter Vertrag stehenden Musiker aus Toulouse schreibt sich der Konsens von selbst.

Worüber alle sich einig sind: die Reifung. Wo Disgrâce einen rohen Black Metal ansetzte, durchtränkt dieses Album ihn mit Sludge, Doom, Noise und Post-Metal. Among The Living beschreibt eine Band, « die Radikalität, Anspruch und starke Identität zu verbinden vermag », « zugleich den Codes des Black Metal treu und entschlossen, sie aufzurütteln »; Hardforce spricht von einem « experimentellen Black Metal », der « durch die Dunkelheit auf der Suche nach Hoffnung wandelt ». Überall tauchen dieselben Titel auf: der Opener « Feu d’un regard », das erstaunliche « Je est absent » mit seinen beinahe jazzigen Abstechern und das zehnminütige Titelstück, das den Sarg wieder schließt.

Woran sich die Geister scheiden? Nichts in den Texten — der einzige echte Wermutstropfen ist die Sichtbarkeit: drei aufgefundene Rezensionen, kein großes Publikumsmedium. Schade, denn die Gesangsleistung von Lolmède, von den Gutturalen bis zu den überschrillen Schreien, verdiente ein breiteres Publikum. Solange sich das Aggregat noch nicht füllt, richten wir unsere Note nach den verfügbaren Kritiken aus: 8/10, und ein Name mehr in der Spitzengruppe des französischen Black Metal.