Die Idee hatte allen Grund zu überraschen: Full of Hell, eine Mahlmaschine aus Grindcore und Noise, und Nothing, Goldschmiede eines watteweichen, melancholischen Shoegaze, zusammenzubringen. When No Birds Sang verwirklicht dieses Bündnis der Gegensätze, und das Ergebnis durchkreuzt die Prognosen. Die Kritik (im Schnitt 82 bei neun Besprechungen) rühmt eine Platte, die eine gemeinsame Sprache findet, wo man nur eine Kollision erwartete.

Statt ihre Ästhetiken nebeneinanderzustellen, verschmelzen die beiden Bands sie. Full of Hell mäßigt seine Gewalt, Nothing verhärtet seine Träumerei, und aus dieser Begegnung entsteht eine dichte, nebelverhangene Musik, in der Mauern gesättigter Gitarren sich in atmosphärischen Flächen auflösen. Die Platte schreitet voran wie ein schwerer Traum, zwischen Aggression und Liebkosung.

Was betört, ist diese Art, Melodie und Lärm, Sanftheit und Brutalität koexistieren zu lassen. Die Stimmen wechseln zwischen Flüstern und Schrei, die Produktion ertränkt das Ganze in einem Hof, der an das Beste des Shoegaze erinnert und dabei das Gewicht des Sludge bewahrt. Man denkt an einen Soundtrack der Trauer, an eine langsame Durchquerung des Nebels.

Die Platte entkommt nicht ganz dem Fehler dieser Art von Übung: Das Gleichgewicht bleibt fragil, und manche Passagen ringen darum, die beiden Welten zu versöhnen, als zöge jede Band die Decke zu sich. Die Fusion ist schön, aber nicht immer vollkommen.

Fazit: 8/10. Eine kühne, geglückte Zusammenarbeit, die beweist, dass die Extreme des Metal einen Dialog führen können. Eine Platte aus Nebel und Wut, von trüber, unerwarteter Schönheit.